Aachen: Er trug die Dom-Musik bis ins ferne Moskau

Aachen: Er trug die Dom-Musik bis ins ferne Moskau

Trauer am Aachener Dom: Der ehemalige Domkapellmeister Hans-Josef Roth ist nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

Roth trat 1986 zur Heiligtumsfahrt die Nachfolge von Rudolf Pohl an und leitete den Domchor bis nach der Heiligtumsfahrt 2000.

In seine fast 15-jährige Schaffensphase fallen die Konsolidierung des Chores als feste Größe bei der Gestaltung der Hochämter, drei Heiligtumsfahrten und eine Menge Fahrten, die den Chor um die ganze Welt führten - wobei Roth im Wirken des Chores stets die „klingende Kathedrale” forderte, die musikalische Gestaltung der Liturgie als wichtigstes Ziel des Chores ansah.

Unvergessen bleiben vielen Domchorsängern Roths oberste Maximen: Humor, Güte und Menschlichkeit, gepaart mit einem Sinn für musikalische Spontaneität, Brillanz und Chormusik „mit Gänsehautgefühl”, wie es ein Weggefährte ausdrückte.

Legendär waren die vielen Reisen, die der Domchor unter Roths Leitung unternehmen konnte.

Neben seinem Engagement für den Domchor war Roth unter anderem am Gregoriushaus, wo er selbst studiert hatte, als Dozent tätig. Roth, selber Organist von einigem Renommee, Träger zahlreicher Auszeichnungen und begnadeter Improvisator an der Orgel, leitete zudem über viele Jahre den Kölner Männergesangsverein und gründete den Niederrheinischen Kammerchor.

Neben seinem Wirken als Domkapellmeister hat Roth auch im (musikalisch) leichteren Genre in Aachen bleibende Werte geschaffen, so als Freund und Förderer der Sängergruppe „Capella à Capella”, die sich in Aachen großer Beliebtheit erfreut.

Roth hinterlässt seine Ehefrau Waltraud, drei erwachsene Kinder und eine Reihe von Enkelkindern.

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