Aachen: Enttäuschte Gesichter in Aachen nach vergeigtem Auftakt

Aachen : Enttäuschte Gesichter in Aachen nach vergeigtem Auftakt

Mit einem enttäuschenden Spiel gegen Mexiko ist am Sonntag die deutsche Nationalmannschaft in die Fußballweltmeisterschaft gestartet. Die Aachener haben das Spiel vor allem in den Kneipen der Innenstadt verfolgt — mit Interesse, aber nicht gerade euphorisch. Wer Lust auf Rudelgucken hatte, ging zum Alten Posthof.

Wer sich für diese Variante entschieden hatte, musste sich allerdings zeitig einen Platz sichern. „Die meisten waren schon mehr als 90 Minuten vor dem Spiel hier“, erklärt Elmar Schaumann von der Werbegemeinschaft der Geschäfte rund um den Alten Posthof. Die Gastronomen und auch das Kino hatten einen eigenen Security-Dienst vor Ort. Alle Zuschauer mussten durch eine Einlassschleuse und bekamen abgezählte gelbe Bändchen fürs Handgelenk. „1500 Bänder haben wir herausgegeben“, sagt Schaumann.

Zwei, die eines der begehrten Bändchen bekommen haben, sind Paulina und Nele. Die beiden 18-jährigen Aachenerinnen haben es sich ganz vorne, direkt vor der Großbildleinwand gemütlich gemacht. „Natürlich könnten wir das auch zu Hause gucken, aber hier ist einfach mehr los“, sagt Pauline, die sich kurz vor Spielbeginn noch schnell zurecht macht: Mit einem schwarz-rot-gelben Schminkstift fährt sie sich über die Wangenknochen, und die Blumenkette in Flaggenfarben darf auch nicht fehlen. „Ich gucke Fußball jetzt nicht jedes Wochenende“, sagt ihre Freundin Nele, die Clappsticks mitgebracht hat.

Dass die Bändchen abgezählt waren, führte dazu, dass einige in die Röhre beziehungsweise durch den Bauzaun guckten, um das Spiel doch noch zu verfolgen. Quer durchs Karree bis auf den Kapuzinergraben hatten die Leute angestanden, um noch einen Platz zu ergattern, teils vergeblich. Und wer versuchte, über das Parkhaus unterm Kino auf den Platz zu kommen, wurde unverrichteter Dinge wieder zurückgeschickt. Dabei hätte es an anderen Stellen in der Stadt noch genügend Gelegenheiten gegeben, die erste Partie der Deutschen in diesem Turnier zu verfolgen.

Gut besucht waren beispielsweise auch die Außenterrassen der Gaststätten rund um den Hühnerdieb. Am Markt wurde — zumindest teilweise — ebenfalls Fußball geschaut, inklusive „Deutschland-Menü“ mit Burger und Bier. Auf Aachens Partymeile Pontstraße, wo es traditionsgemäß nach wichtigen Spielen bei den vergangenen Turnieren etwas lauter zuging, blieb zumindest am Sonntagabend alles verhältnismäßig ruhig. Die Straße war zwar von einigen Fußballfans frequentiert, aber alles andere als überlaufen. Auch die Polizei zeigt sich auf Anfrage entspannt: Alles ruhig in Aachen, heißt es aus der Leitstelle.

Die beiden Mädchen am Alten Posthof, Nele und Pauline, haben ihre Clappsticks am Sonntag nicht wirklich gebraucht, die Deutschen haben 0:1 gegen Mexiko verloren. Ob sie der Mannschaft noch eine Chance geben wollen, wissen die beiden Mädchen noch nicht. „Aber wenn wir gucken, dann kommen wir bestimmt wieder hierher“, sagt Nele.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fehlstart: Deutschland verliert Auftaktspiel gegen Mexiko

(slg)