Engagierte Pädagogin hinterlässt viele Spuren

Engagierte Pädagogin hinterlässt viele Spuren

Eine arbeitsreiche, aber vor allem bereichernde Zeit liegt hinter Maria Keller, die zum Schuljahresende als Schulleiterin an der KGS Passstraße in den Ruhestand verabschiedet wird. Die engagierte Pädagogin hinterlässt viele Spuren an der Schule, an der sie rund 15 Jahre tätig war.

Schüler aus 33 Nationen, die zweimalige Rezertifizierung als Europaschule, die Einführung der OGS sowie der Inklusion sind markante Daten dieser Jahre. „Viel entscheidender als diese Eckdaten sind aber die Menschen, die dahinter stehen. Unsere Schüler bringen ganz individuelle Bedürfnisse mit, haben einen Migrationshintergrund, Fluchterlebnisse oder zum Beispiel eine Sehbehinderung“, erklärt Keller, welche Herausforderungen der Schulalltag bereithält. Viele Schüler haben in diesen Tagen etwas für die beliebte Rektorin vorbereitet, ein Bild gemalt oder ein Lied einstudiert. In einer Klasse etwa singen die Mädchen und Jungen das Lied „Ich schenk dir einen Regenbogen“. Und ein Kind meint begeistert, dass es schön wäre, wenn Frau Keller noch etwas bleiben würde.

„Solche Momente, die Begegnungen mit so vielen Menschen in den Jahren machen mich zufrieden. Es war mir immer wichtig, präsent zu sein, denn so konnte ich etwas für meine Schule erreichen. Die Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim St. Raphael, mit dem Ludwig Forum für Internationale Kunst oder die Stadtteilerkundungen in Aachen Nord haben unsere Schüler mit dem Viertel verbunden“, erzählt Keller. Natürlich gehöre die Feier von katholischen Festen wie Ostern oder Weihnachten dazu, auch wenn nur wenige Kinder katholisch sind. Und dann war und ist das der Karneval, der an der Passstraße schon immer eine Rolle spielte. „Schon beim allerersten Kinderkostümzug war die Schule dabei und seit 15 Jahren sind wir jede Session mit einer Gruppe von Schülern in die Proklamation des Märchenprinzen eingebunden, wirken beim Prinzenspiel mit dem Theaterstück rund um die Symbolfiguren des Aachener Kinderkarnevals Miez und Anton mit. Und das soll auch zukünftig so bleiben“, erklärt Keller.
Integration wurde Maria Keller zur Herzensangelegenheit, ebenso wie die ständige Weiterentwicklung des Schulgebäudes. „Während meiner gesamten Zeit hier an der Passstraße war die Schule immer eine Baustelle. Irgendwo wurde immer etwas repariert oder erweitert. Wir konnten einen Trinkbrunnen und ein Fußballfeld einweihen. Erst vor wenigen Tagen sind die neu gestalteten Kellerräume fertig geworden. Hier kann in der wunderbaren Atmosphäre von altem Gemäuer, das Geschichte atmet, bald der Differenzierungsunterricht stattfinden“, verrät Keller.

Im Oktober feiert die Schulgemeinde das 125-jährige Bestehen. Zu ihrem Abschied lud Maria Keller dazu ein, gemeinsam den Dokumentarflm „Rhythm Is It!“ anzuschauen. „Darin geht es um den Choreografen und Tanzpädagogen Royston Maldoom, den ich einmal kennenlernen durfte. Er ist für mich der Pädagoge schlechthin, sagt, dass man keine Leistung erbringen kann ohne Empathie aufzubauen“, erklärt Keller. Mit der gesamten Schulgemeinde von derzeit 207 Mädchen und Jungen geht sie kurz vor den Sommerferien noch ins Bubenheimer Spieleland. Und dann beginnt für sie eine ruhigere Zeit. Mit ihrem Mann Hans Keller freut sie sich auf eine Rundreise durch Israel. „Und meinen 66. Geburtstag im Winter verbringen wir in New York – zu einer Zeit wo ich sonst nie verreisen konnte“, verrät Keller. Noch zwei Jahre ist sie in der Politik aktiv, insbesondere in kulturellen Angelegenheiten und im Bereich der Jugendhilfe. „Ich freue mich nun mehr Zeit für Kino, Theater, Freunde und auch Sport zu haben, einmal unbeschwert ohne Termine in den Tag hineinzuleben“, verrät Keller – aber den Kontakt zu „ihrer“ Schule wird sie über die berufliche Laufbahn hinaus sicher nicht verlieren und auf dem einen oder anderen Fest präsent sein.

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