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Wahlforum Aachen: Engagierte Debatte im Finale des Wahlkampfs

Wahlforum Aachen : Engagierte Debatte im Finale des Wahlkampfs

Insgesamt 16 Direktkandidatinnen und -kandidaten aus Aachen wollen in den Düsseldorfer Landtag ziehen. Beim Wahlforum unserer Zeitung am Montagabend kam es zu einem engagierten Schlagabtausch.

Die exklusive Gelegenheit, die Kandidatinnen und Kandidaten der beiden Aachener Wahlkreise gemeinsam im Finale des Landtagswahlkampfes zu erleben, nutzten am Montagabend rund 120 Aachenerinnen und Aachener. Und es wurde ein engagierter zweistündiger Schlagabtausch mit einer Themenvielfalt und Meinungsbreite, der den Abend kurzweilig und informativ machte. Es gab für die Wählerinnen und Wähler, die noch unschlüssig sind, wem sie ihre Stimmen am Sonntag geben wollen, gute Entscheidungshilfen. Der eingeklinkte sehenswerte Videomitschnitt belegt diese Einschätzung.

Beim Wahlforum unserer Zeitung im RWTH-Hörsaalgebäude „Carl“ an der Claßenstraße stellten sich die Direktkandidatinnen und -kandidaten den Fragen unserer Redakteurin Annika Kasties, unseres Redakteurs Robert Esser, sie gingen auf die Themen der vier Experten Matthias Kürten (Verband Bildung und Erziehung), Orpha Fiedler (Asta RWTH), Marco Herwartz (Handwerkskammer) und Raphael Jonas (IHK) ein und beantworteten am Ende Publikumsfragen. Was auffiel: Motivierte Politikerinnen und Politiker im Einsatz für ihre Stadt, etliche jüngere Leute darunter, die sich mit Engagement einbringen, auch wenn ihre Aussichten auf den Sieg im Kampf um die beiden Aachener Direktmandate unterschiedlich gut ausgeprägt sind.

In Aachen treten am kommenden Sonntag insgesamt neun Parteien mit Direktkandidaten zur Landtagswahl an. Da die Stadt in zwei Wahlkreise aufgeteilt ist – grob gesagt Nord und Süd – kommt eine ziemlich lange Liste an Bewerberinnen und Bewerbern zustande, was sich eindrucksvoll auf der Bühne spiegelte. Für Wahlkreis 1 (Nord) sind am Start: Holger Brantin (CDU), Jan van den Hurk (SPD), Claudia Cormann (FDP), Astrid Vogelheim (Grüne), Sunaja Baltic (Die Linke), Ingo Körbel (Die Basis, am Montagabend krankheitsbedingt verhindert), Tobias Molitor (Die Partei) und Paul Vossiek (Liberale Demokraten).

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Auf dem Zettel im Wahlkreis Aachen 2 (Süd) stehen: Annika Fohn (CDU), Renate Wallraff (SPD), Philip Cierniak (FDP), Henning Nießen (Grüne, am Montagabend krankheitsbedingt verhindert), Igor Gvozden (Die Linke), Edzard Donatus Kamps (Die Basis), Elke Zobel (Die Partei) und Tobias Schindler (Volt). Vor fünf Jahren lag die SPD bei der Zweitstimme in Aachen bei 28,35 Prozent, die CDU bei 28,05 Prozent, die FDP errang 14,05 Prozent, die Grünen 11,36 Prozent. Die Direktmandate sicherten sich 2017 Karl Schultheis (SPD) und Armin Laschet (CDU).

Die zweistündige Debatte ist ein Parforceritt durch die wichtigsten Themen des Landtagswahlkampfs. Mal wortreich erläutert, mal mit roter (Ablehnung) und grüner (Zustimmung) Karte kurz beantwortet, zeigt sich die Kandidatenrunde meinungsstark. Schwerpunkte der Diskussion sind die auch von Zuhörern beklagten Zustände an den Schulen mit Unterrichtsausfällen, ungleicher Bezahlung und Ausstatungsmängeln sowie die Energiepolitik. Das Aus für die Kohle wird durch die Bank für 2038 begrüßt, um die Frage nach Förderung und Priorisierung der passenden Alternativen wird gestritten.

Hitziger wird die Debatte, als ein Gast die Atomkraft als alternativlos bezeichnet, vom Podium gibt es Widerspruch, gefordert werden kluge Konzepte, die auch vereinzelt AKW-Strom (mit festgelegtem Ausstiegsszenario) mit vorsehen. Mehr Anerkennung und Chancen für das Handwerk, der Strukturwandel, der Wissenschaftsstandort Aachen, die Frage nach der Mobilität von morgen, Tempolimit, zeitgemäßer ÖPNV, der passende Umgang mit der Digitalisierung, die Synchronisierung wichtiger Zukunftsthemen auf europäischer Ebene und die Förderung des sozialen Wohnungsbaus – das sind nur einige Themen aus einem breiten Angebot.

 Sie rechnen sich Chancen auf die beiden Direktmandate am Sonntag aus (von links): Astrid Vogelheim (Grüne), Jan van den Hurk und Renate Wallraff (SPD), Holger Brantin und Annika Fohn (CDU) sowie Claudia Cormann und Philip Cierniak (FDP).
Sie rechnen sich Chancen auf die beiden Direktmandate am Sonntag aus (von links): Astrid Vogelheim (Grüne), Jan van den Hurk und Renate Wallraff (SPD), Holger Brantin und Annika Fohn (CDU) sowie Claudia Cormann und Philip Cierniak (FDP). Foto: Andreas Steindl

Bemerkenswert: Bei Wissensfragen rund um wichtige NRW-Fakten, die die Moderatoren an die Kandidatinnen und Kandidaten richten, liegen die meisten Antworten in einem durchaus tolerierbaren Bereich. Hätten Sie es gewusst: In NRW leben 17,9 Millionen Menschen, in Schleswig-Holstein, wo am Sonntag gewählt wurde, nur drei Millionen. Die Verschuldung NRWs lag Ende 2021 bei 180,9 Milliarden Euro und an NRW-Hochschulen studierten im Wintersemester 21/22 exakt 756.300 junge Leute.

> Update mit Kandidaten-Statements folgt