Aachen: Energieversorger Stawag öffnet seine Türen

Aachen : Energieversorger Stawag öffnet seine Türen

Wetterverhältnisse und Energieversorgung hängen in vielen Situationen unmittelbar zusammen. Da ist es auch ein wenig symbolisch zu sehen, dass die Stawag am Sonntag den mutmaßlich letzten schönen Sommertag dieses Jahres genutzt hat, um „den Bürgern die Menschen hinter der städtischen Energieversorgung etwas näher zu bringen“, wie es Aachens Bürgermeisterin Margrethe Schmeer formulierte.

So kamen im Laufe des Sonntagnachmittags rund 9000 Besucher zum Gelände der Stadtwerke an der Lombardenstraße. Nun lassen sich so viele Menschen auch bei gutem Wetter nicht allein mit Infoständen und Ausstellungen anlocken, weswegen die Organisatoren mehr boten: Bungee-Trampolin, Bogenschießen, Schaukeln, Kirmes-Bahnen und eine kleine Löschübung für Kinder ließen im Innenhof der Stawag-Zentrale zuweilen eher ein Volksfest vermuten. Und auch der eigens angelegte Biergarten kam gut an.

„Es ist hier immer ein wenig wie bei der ‚Sendung mit der Maus’ und unsere Kunden können einmal die Technik hinter den Kulissen kennen lernen. Damit werden sie ja ansonsten nur konfrontiert, wenn es mal eine Störung gibt“, erklärte Stawag-Vorstandsmitglied Christian Becker. Tatsächlich waren viele Besucher offenbar gerade deswegen gekommen, und so waren die Shuttle-Busse stets gut gefüllt, welche regelmäßig zum Windpark Aachen-Nord, zum Wasserwerk Eicher Stollen und zum Umspannwerk an der Schurzelter Straße fuhren.

Wo Strom fließt, ist naturgemäß das Thema Elektromobilität nicht weit. Dazu boten mehrere Aussteller Probefahrten mit verschiedenen Elektroauto- und Hybrid-Modellen an, und auch die elektrisch unterstützten Fahrräder konnten bei einer kleinen Rundfahrt getestet werden. „Es ist eines der Ziele dieses Tags der offenen Tür, dass man einerseits die Möglichkeiten der Elektromobilität ausprobieren kann, aber sich andererseits auch über Photovoltaikanlagen, Heizungssysteme und energetische Gebäudesanierung informieren kann“, sagte Stawag-Vorstand Wilfried Ullrich. Er selbst, so betonte er, sei übrigens mittlerweile auch überzeugter Pedelec-Fahrer.

Fast unbemerkt — weil sehr leise — schlichen sich nachmittags schließlich die 54 Autos der E-Cross-Rallye auf die Lombardenstraße. Diese war nämlich die Zieleinfahrt der dreitägigen Tour durch NRW und sollte vor allem die Alltagstauglichkeit neuer Elektroautos auch mit zwischenzeitlichem Aufladen der Batterien unter Beweis stellen. Das, so das Urteil der bekannten Rallye-Fahrerin Jutta Kleinschmidt, sei gelungen.

Sie war eines der Gesichter der Aktion, neben TV-Meteorologe Sven Plöger. „E-Mobilität hat für mich gerade vor dem Hintergrund dieses Sommers und des Klimawandels eine ganz persönliche Faszination. Es zeigt, dass Umweltverträglichkeit auch sehr viel Spaß machen kann und nicht immer mit Verzicht einhergehen muss“, sagte er. Ganz der Wettermann wagte Plöger auch dazu eine kleine Prognose: In fünf bis zehn Jahren, so glaube er, würden sich die Leute wohl fragen: „Wie? Du fährst noch Verbrenner?“

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