Aachen: Energiesparer der Klasse 6.5 haben bei Agenda-Wettbewerb die Nase vorn

Aachen : Energiesparer der Klasse 6.5 haben bei Agenda-Wettbewerb die Nase vorn

Eigentlich schade, dass der Agenda-Wettbewerb kein ganzes Schuljahr lang dauert — so blitzeblank und aufgeräumt, wie die Klassenräume der Gesamtschule Aachen-Brand zu dieser Zeit zurückgelassen werden. Zwischen Karneval und Ostern waren nämlich mal wieder ein Dutzend Agenda-Agenten unterwegs.

Schüler und Schülerinnen aus dem siebten Jahrgang kontrollierten über Wochen das Umweltbewusstsein der Fünft- und Sechstklässler nach einem Punktesystem, um die fleißigsten Ressourcenschoner zu ermitteln.

Ist das Licht aus? Wenn ja, dann gibt es einen Punkt. Der Müll getrennt? Wieder ein Punkt. Aber halt, ein unverschlossenes Fenster — dafür gibt es keine Punkte. Stattdessen malen die Agenten einen Spruch an die Tafel, der die Jüngeren auf ihren Fehler aufmerksam macht. Ziel der Aktion sei es, den richtigen Umgang mit Energie­ressourcen zu zeigen, erklärte Andreas Maul, Vertriebsleiter der Stawag, die den Wettbewerb zum zweiten Mal unterstützt. „Und Energie steckt überall drin. Sogar im Müll.“

Doch eine ordentliche Klasse ist nur die halbe Miete. Wer siegreich sein will, muss zudem Zusatzpunkte sammeln. Dazu braucht es eine gelungene Agenda-Idee, also ein Projekt für die Schulgemeinschaft oder die Umwelt. Entstanden ist dabei zum Beispiel ein Kaugummi-Mülleimer, eine Regentonne für den Schulgarten oder eine in einer Plastikflasche wachsende Pflanze. Außerdem waren junge Müllreporter und Umweltpolizisten unterwegs. Auch hier war es nicht die Lehrerschaft, sondern die Schülervertretung, die die zusätzlichen Punkte gerecht verteilen durften.

Am Ende konnte sich die Klasse 5.5 über den dritten Platz und 30 Euro für die Klassenkasse freuen, während sich die Energiesparer der 6.3 als Zweitplatzierte Tickets für den Kletterpark sicherten. Die Gewinner bekamen beides: Geld und Klettergutschein und einen Pokal obendrein.

Und so war der Sieger des letzten Jahres auch der diesjährige Sieger: Die Klasse 6.5. Unter dem Motto „Sei keine Flasche, steck es nicht in die eigene Tasche“ sammelten die Schüler und Schülerinnen dieser Klasse säckeweise Pfandflaschen. Mit dem gewonnenen Geld übernahmen sie anschließend die Patenschaft für einen Flamingo.

Der schuleigene Wettbewerb findet derweil schon seit dem Jahr 2000 jährlich statt. „Anfangs habe ich das noch selbst initiiert“, erzählte Schulleiter Andreas Lux bei der Preisverleihung am Freitag. Inzwischen hat aber Lehrerin Gabi Schiehle das Agenda-Zepter übernommen. Dass die Klassen weiterhin so „top aufgeräumt“ bleiben, glaubt Schiehle nicht. Aber: „Vielleicht überlegt jetzt jeder, in welchen Mülleimer der Abfall gehört.“ Und das ist ja der erste Schritt zu einer sauberen Umwelt.

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