Aachen: EM-Special in der Stadt: Der Brückenschlag hat funktioniert

Aachen : EM-Special in der Stadt: Der Brückenschlag hat funktioniert

„Das Wetter ist die halbe Miete“, sagt Manfred Piana. Und die wurde beim EM-Special in den vergangenen 13 Tagen eindrucksvoll eingefahren. „Es gab ja nur einen Schönheitsfehler am ersten EM-Wochenende, als das Wetter nicht so toll war“, sagt der Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City (MAC).

Gemeinsam mit der Stadt Aachen und vielen Partnern hat er das Kulturprogramm zu den Reit-Europameisterschaften in der Soers organisiert. Nach knapp zwei Wochen mit vielen Konzerten auf drei Bühnen, stimmungsvollen Medaillenzeremonien auf dem Markt, einem Weinfest auf dem Katschhof, gefolgt vom Kulturfestival „across the borders“ samt Riesenrad an gleicher Stelle ziehen sowohl MAC als auch die Stadt ein positives Fazit. „Der Brückenschlag von der Soers in die Stadt ist zweifellos gelungen“, sagen beide unisono.

„Es war die richtige Entscheidung, alle Kräfte zu bündeln und gemeinsam mit dem Kulturbetrieb der Stadt oder auch der Burg Wilhelmstein ein tolles Programm auf die Beine zu stellen, bei dem für wirklich jeden etwas dabei war“, bilanziert Piana. Als Beweis ziehen er und Büttgens die Zuschauerzahlen heran. Zwar gebe es keine genauen Angaben, aber Büttgens schätzt die Besucherzahl auf Markt, Katschhof und Münsterplatz auf „eine dicke fünfstellige Summe“.

Besonders gut angekommen, sagt Piana, sei die große Leinwand auf der Marktbühne. „Die konnten wir fürs Public Viewing nutzen und auch für unsere täglichen EM-Zusammenfassungen. Es war schon überraschend, auf wie viel Interesse das gestoßen ist.“ Letztmals übrigens am Sonntagnachmittag, als die Einzelentscheidung der Springreiter aus der Soers wieder viele hundert Passanten, Öcher und Touristen vors Rathaus lockte. Ebenso wie die letzten Medaillenzeremonien der frischgebackenen Europameister im Springreiten und Voltigieren am Sonntagabend.

Oberbürgermeister Marcel Philipp sei diese kleine, aber feine Zeremonie auf dem Markt besonders wichtig gewesen, berichtet Büttgens. Und so pendelte der OB in den letzten Tagen zwischen Soers und der Marktbühne hin und her, um die erfolgreichen Sportler in der Stadt persönlich zu ehren.

Voltigierarena vor dem Rathaus

Doch das Stadtoberhaupt war nicht der einzige Pendler, wie der Samstagabend zeigte. Bei der Medaillenzeremonie für die Voltigierer hatten die siegreichen Sportler scheinbar das komplette Publikum aus der Soers in die Stadt mitgebracht. Und die verwandelten den Platz vor dem Rathaus in eine zweite Voltigierarena. „Die haben so viel Stimmung gemacht“, erzählt Manfred Piana, „die waren sogar lauter als die Musik.“

Die Lautstärke ist übrigens das einzige Problem, das der MAC-Geschäftsführer in den zurückliegenden EM-Special-Tagen ausgemacht hat. „Für die Zukunft müssen wir uns überlegen, wie wir das besser hinbekommen“, sagt er. Denn vor allem am Münsterplatz habe es einige Beschwerden von Anwohnern gegeben. Beschwerden von Gastwirten hingegen sind Bernd Büttgens nicht bekannt.

Die hatten im Vorfeld die Einschränkungen ihres Außenausschanks kritisiert, dürften aber von den allabendlichen Menschenmassen in der City schließlich auch profitiert haben. „Ich habe die Stadt an einem Dienstag oder Mittwoch jedenfalls noch nie so voll gesehen“, sagt der Stadtsprecher.

Was der Spaß die Partner und Sponsoren gekostet hat, möchte Büttgens nicht verraten. Nur so viel: „Die Marketingwirkung für die Stadt rechnet sich sicherlich.“ Und Manfred Piana sagt: „Das war eine super Werbung für die Stadt.“

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