Aachen: Eltern fordern Ausweichquartier für die Kita Weißwasserstraße

Aachen: Eltern fordern Ausweichquartier für die Kita Weißwasserstraße

Die Elternschaft der städtischen Kindertagesstätte Weißwasserstraße ist weiter in heller Aufregung. Die Eltern fordern, dass ihre Kinder an einem Ausweichstandort betreut werden, solange auf dem angrenzenden Philips-Gelände Altlasten saniert werden.

Elternrat und Elternschaft der Einrichtung haben ihre Sorgen jetzt in einem Brief an die Philips-Verantwortlichen und an OB Marcel Philipp formuliert.

„Wir wollen nicht, dass unsere Kinder dem Risiko erhöhter Schadstoffbelastung ausgesetzt sind, die durch das Ausbaggern des kontaminierten Bodens nur wenige Meter neben dem Außengelände der Kita entstehen kann”, schreibt Elternratsvorsitzende Claudia Coesfeld im Namen aller Eltern.

Bei der Informationsveranstaltung zu den anstehenden Sanierungsmaßnahmen am 14. Dezember entstand bei den Eltern der Eindruck, „dass im laufenden Sanierungsverfahren die Interessen unserer Kinder nicht ausreichend Berücksichtigung finden”. So sei nicht schlüssig vermittelt worden, „dass die geplanten Messungen und Schutzmaßnahmen auch für unvorhergesehene Zwischenfälle wie das Auffinden konzentrierter Schadstoffmengen, zum Beispiel in alten Fässern, ausreichend durchdacht sind und eingerichtet werden”.

Auf dem Grundstück der Kita sind nach Darstellung der Eltern auch keine Bodenproben entnommen worden, um die Schadstoffbelastungen festzustellen. Aus den Ergebnissen der umliegenden Bodenproben sei lediglich auf eine geringe Belastung des Kita-Geländes geschlossen worden, beklagen die Eltern.

Für die Elternschaft steht fest: Es geht nicht, dass die Kinder an der Weißwasserstraße über 20 Wochen in Frühjahr und Sommer nicht draußen spielen können, ohne Baggerlärm, Staub und Erschütterungen ausgesetzt zu sein. „Wir glauben nicht, dass eine über den Grenzzaun gehängte Schall- und Staubschutzfolie ausreicht, unseren Kindern auch nur annähernd ungestörtes Spielen zu ermöglichen”, schreibt Claudia Coesfeld.

Die Eltern wollen auch nicht, dass die Erzieherinnen fast ein halbes Jahr lang besorgte Eltern beruhigen, nervöse Kinder besänftigen und ihre eigene Belastung durch die Baustellensituation bewältigen müssen.

Appell an Philips

Von der Firma Philips als Verursacher der Altlasten fordern die Eltern, „ihr soziales Engagement auf die direkte Nachbarschaft zu richten und gemeinsam mit der Stadt Aachen als genehmigende Behörde alles daran zu setzen, eine Auslagerung der Kita während der gesamten Baumaßnahme zu ermöglichen”.

Angesichts der enormen Sanierungskosten müsse es doch möglich sein, auch eine vorübergehende Bleibe für Kinder und Erzieherinnen zu finden und zu finanzieren. Von der Stadt Aachen fordern die Eltern, den Blick verstärkt auf die Belange der Kinder zu richten. Die Eltern plädieren dafür, den Fachbereich Kinder, Jugend und Schule gleichberechtigt in alle Entscheidungen einzubeziehen und auch die Eltern an Beratungen zu beteiligen.

Auf jeden Fall wollen die Eltern mit anpacken, wenn Helfer für die Auslagerung der dreigruppigen Kita benötigt werden.