Aachen: „Elling“ kommt im Theater Aachen auf die Bühne

Aachen : „Elling“ kommt im Theater Aachen auf die Bühne

„Habt ihr schon Kontakt zur Wirklichkeit aufgenommen?“ Diese Frage des Sozialarbeiters ist laut Regisseur Sebastian Martin der Schlüssel zum Stück „Elling“.

Zwei Menschen, der Norweger Elling und sein Freund Kjell Bjarne, versuchen in einer Wohngemeinschaft wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Die beiden haben sich in der Psychiatrie kennengelernt und sollen lernen, wieder eigenverantwortlich zu leben. Telefonieren, Einkaufen oder einfach nur Ausgehen sind für sie keine Alltäglichkeiten, sondern Tag für Tag große Herausforderungen. Ihr Leben ist bestimmt von Ängsten und Zwangsneurosen. „Während wir die Zwänge des täglichen Lebens hinnehmen, ohne sie zu hinterfragen, setzen sich unsere Protagonisten ständig damit auseinander“, sagt Sebastian Martin. Und das bringe schließlich auch den Zuschauer dazu, das eigene Leben zu hinterfragen.

In Sachen „Realität und Wunsch“ gehe die Aachener Inszenierung ein wenig über die Vorlage hinaus, so Martin. Sonst aber halte sie sich an das Original. Der Norweger Ingvar Ambjörnsen hat in den 1990er Jahren vier Romane geschrieben, in denen Elling im Mittelpunkt steht. Die anschließende Verfilmung war nicht nur in Norwegen ein großer Erfolg. „Auch das entsprechende Theaterstück ist sehr erfolgreich“, sagt Dramaturgin Vivica Bocks. Es beschränkt sich vor allem auf die Zeit in der Wohngemeinschaft. „Der Autor hat eine besondere Leidenschaft für Menschen am Rande der Gesellschaft und greift solche Randfiguren immer wieder auf“, sagt sie.

Elling und Kjell Bjarne beschäftigen sich auch mit der Frage, was Glück ist. „Es wird sehr deutlich, dass Glück nicht übertragbar ist, sondern dass sich jeder sein eigenes baut“, meint Backs. Und so finden auch die beiden schrägen Protagonisten ihren Weg zum Glück, „auch wenn das dann vielleicht nicht so aussieht, wie man es erwartet hätte“, so Sebastian Martin.

Neben Thomas Hamm (Elling) und Simon Rußig (Kjell Bjarne) übernimmt Katja Zinsmeister gleich drei Rollen: die Pflegerin, die Kellnerin und die Frau im Leben der beiden Protagonisten. Benedikt Voellmy spielt den Sozialarbeiter, der laut Martin im Umgang mit seinen Schützlingen offensichtlich ganz schnell an seine Grenzen gerät.

Die Premiere am Freitag, 26. Januar, in der Kammer des Theaters Aachen ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen gibt es zunächst am Freitag, 2. Februar, Dienstag, 6. Februar, Samstag, 17. Februar, Samstag, 24. Februar, und Mittwoch 28. Februar, jeweils um 20 Uhr.

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