Elektronische Anzeigen der Aseag in Aachen funktionieren nicht immer

Anzeigetafeln für den ÖPNV : Wenn das Warten auf den Bus vergebens bleibt

Kommt mein Bus pünktlich nach Zeitplan, oder hat er eventuell ein paar Minuten Verspätung? Das zeigen in Aachen unter anderem die elektronischen Anzeigetafeln an den Bushaltestellen der Aseag an. Die funktionieren aber nicht immer reibungslos.

Brigitte Frank aus Brand kommt verärgert nach Hause. Verärgert, weil sie zu Fuß gehen musste, obwohl sie in Brand den Bus nehmen wollte. Doch der war einfach nicht gekommen. Dabei hatte auf der elektronische Anzeigetafel gestanden, dass in zehn Minuten die Linie 27 hätte vorfahren müssen. Sie kam aber nicht. „Auch 25 Minuten später war noch kein Bus da, und dann bin ich durch den Regen zu Fuß nach Hause gegangen.“ Ähnliche Erfahrungen habe sie nicht nur an der Haltestelle in Brand, sondern beispielsweise auch schon am Bahnhof Rothe Erde gemacht. „Diese Anzeigen sind für die Katz!“

Unsere Redaktion hat bei der Aseag nachgefragt, wie es zu den fehlerhaften Anzeigen kommen kann. „Im Prinzip werden Echtzeitdaten angegeben“, erklärt Paul Heesel, Sprecher des Verkehrsunternehmens. Das funktioniert so, dass die aktuelle Position eines Busses per GPS-Satellit an den Aseag-Rechner überspielt wird. Der Computer errechnet aufgrund des hinterlegten Fahrplans die voraussichtliche Fahrzeit bis zu den nächsten Haltestellen. „Das wird auf den Anzeigetafeln abgebildet, und auch auf der App Aseag Mobil angezeigt“, erläutert Paul Heesel.

Doch nicht immer könne die Software die komplexe Realität abbilden. Heesel nennt einige Beispiele: „Wenn am Elisenbrunnen steht, dass der nächste Bus der Linie 25 in sieben Minuten Richtung Vaals fährt, kann in der Zwischenzeit noch eine Menge passieren.“ Bleibe der Bus im Stau stecken, bleibe die Anzeige auch bei sieben Minuten stehen. „Der Bus hat dann ja noch immer die gleiche GPS-Position“, führt Heesel aus.

Es könne auch sein, dass Busse ausfallen, weil die Verspätungen zu groß werden und die Fahrer auf der Hälfte der Strecke wieder in die andere Richtung fahren. „Dann wird dem Fahrgast eventuell schon der übernächste Bus angezeigt.“ Man sehe den Anzeigen nicht an, auf welchen Bus sie sich bezieht.

Ein weiteres Beispiel – und so könnte es sich auch im Falle des Busses von Brigitte Frank verhalten haben – ist, dass der Bus viel langsamer vorwärts kommt als im Fahrplan angenommen. Dann zähle die Anzeige zwar runter, doch für die Strecke, die der Bus normalerweise in nur einer Minute zurücklegt, bräuchte er dann vielleicht fünf Minuten oder länger. Und schließlich gibt es da noch eine weitere potenzielle Fehlerquelle: Immerhin werden die Daten über das Mobilfunknetz übertragen, das auch nicht immer ganz reibungslos funktioniere, wie der Aseag-Sprecher betont.

Dennoch ist Paul Heesel von den Anzeigetafeln überzeugt: „In den meisten Fällen sind die Echtzeitdaten eine groß Hilfe für unsere Fahrgäste.“ Auch wenn man sich nicht immer hundertprozentig darauf verlassen könne.

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