Aachen: Elektromobilität: Aachen will von Erfahrungen der anderen lernen

Aachen : Elektromobilität: Aachen will von Erfahrungen der anderen lernen

„Die Stadt Aachen ist ein Hotspot in Sachen Elektromobilität“, sagt Axel Costard vom Presseamt der Stadt Aachen und zeichnet ein insgesamt optimistisches Bild mit Blick auf die Zukunft. Demnach sollen verschiedene Förderprogramme in absehbarer Zeit dabei helfen, die E-Mobilität in Aachen ein gutes Stück voranzubringen.

Dabei geht es unter anderem darum, die Ladeinfrastruktur zu verbessern und die großen Paketdienste von der Nutzung elektrischer Fahrzeuge zu überzeugen. „Da tut sich einiges“, ist Costard überzeugt. Die „Frankenbuerger“ haben das Thema innerhalb ihres Halbjahres-Programms erneut aufgegriffen, um gleichsam am Ball zu bleiben.

Am Donnerstag, 22. März, werden in der Burg Frankenberg ab 18 Uhr unter anderem Vertreter verschiedener Städte, auch aus den Niederlanden, von ihren eigenen Erfahrungen berichten. „Was ist gut gelaufen, wo aber wurden Fehler gemacht?“, sind dabei nur einige der Fragen, die zur Sprache kommen sollen.

„In den Niederlanden hat man beispielsweise versucht, E-Autos durch steuerliche Erleichterungen attraktiver zu machen“, sagt Adem Aslan, Geschäftsführer des Planungsbüros „Neufahrt“, das an der Organisation des Diskussionsabends beteiligt ist. Diese Steuererleichterungen hätten dann aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Aslans Eindruck nach der ersten Info-Veranstaltung der Frankenbuerger zum Thema Elektromobilität im vergangenen Jahr: „Die Leute sind nicht begeistert von dem Gedanken, dass sie sich möglicherweise vom Verbrennungsmotor verabschieden müssen.“

Während Aachen zum einen die Wissenschaftsstadt ist, die sich in Sachen Elektromobilität einen Namen gemacht hat, steht sie mit Blick auf die Nutzung „nur“ an sechster Stelle. Städte wie Hamburg oder Osnabrück laufen Aachen bei der Zahl der genutzten Elektroautos und Ladestationen den Rang ab. Umso interessanter ist es laut Organisatoren des Info-Abends, auf andere Städte und auch in die Niederlande zu schauen, um deren Erfahrungen zu teilen.

Den Vorwurf, dass Aachen trotz des Wissens um zu hohe NO2-Emissionen an der Wilhelmstraße über Jahre nichts getan habe, will Costard so nicht stehen lassen. Im Luftreinhalteplan sei das Problem durchaus berücksichtigt worden. Fahrverbote will die Stadt Aachen laut Costard aber auf jeden Fall vermeiden. Sie setze dagegen auf einen Ausbau der Elektromobilität und bemühe sich in diesem Zusammenhang immer wieder um die Aufnahme in Förderprogramme.

15 Millionen vom Land

Erst jüngst habe Aachen als eine von vier Städten den Zuschlag für ein NRW-Klimaschutz-Programm bekommen: 15 Millionen Euro gehen so in die Förderung der Elektromobilität nach Aachen. Auch davon wird Axel Costard im Laufe des Abends erzählen.

„Aachen kann stolz auf den hier entwickelten Streetscooter und auf den E-Go sein“, sagt Aslan. Dass viele dennoch eher verhalten auf das Thema Elektromobilität reagieren, kann er nicht verstehen. Die Info- und Diskussionsveranstaltung in der Burg Frankenberg bietet nun einmal mehr Gelegenheit, sich intensiv dem Thema auseinanderzusetzen. Der Eintritt ist frei.

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