Aachen: Eintausend trotzen beim Tivoli-Lauf der schwülen Hitze

Aachen : Eintausend trotzen beim Tivoli-Lauf der schwülen Hitze

„Es war zu schwül“, sagt Friedrich Priebe. „Die Hitze hat mir ganz schön zu schaffen gemacht.“ Umso willkommener kam ihm die Sprinkleranlage, die der Tivoli-Hausmeister angestellt hat, damit sich die Läufer nach dem Zieleinlauf abkühlen können. Friedrich Priebe und sein Freund Nazari Mohammad Sha haben den zehn Kilometer langen Tivoli-Lauf gut bewältigt.

Und das, obwohl sie die Bedingungen durchaus schwierig fanden. „Nazari hat sogar die Chance, in seiner Altersklasse unter die ersten zehn zu kommen“, sagt Friedrich. Beide finden den Tivoli-Lauf klasse und schätzen die tolle Atmosphäre.

Das sieht auch der elfjährige Luke so. „Das ist cool hier“, meint er und weist auf die Tribüne. Hier oben zu sitzen und das Geschehen auf dem Rasen zu verfolgen, gefällt ihm sehr gut. Und so nah dran am „Grün“ sind die Läufer beim Tivoli-Lauf selten. Denn ausnahmsweise durften die Teilnehmer diesmal auch auf dem Rasen ihre Runden drehen. Start und Ziel waren gleichermaßen im Stadion. Rund 1000 Läufer hatten sich laut Peter Besting, Leichtathletik-Abteilung der Alemannia, zum neunten Tivoli-Lauf angemeldet. „Das sind weniger Teilnehmer als 2017. Die Ferien könnten dabei eine Rolle spielen“, sagt er.

Die, die gekommen sind, sind begeistert. Rolf Arndt ließ sich auch vom fernen Grummeln nicht beeindrucken. Er und seine Frau sind trockenen Fußes in Ziel gekommen. „Es war gut“, sagt er. „Angenehm“, fügt er noch hinzu. Dass seine Frau zuerst im Ziel war, nimmt er sportlich. „Sonst ist sie sogar noch schneller“, sagt er, während sich am Himmel die dunklen Wolken verdichten und die ersten Tropfen fallen.

Auf der Tribüne sitzen Läufer und Zuschauer im Trockenen. Der elfjährige Luke hatte sich eigentlich schon für den Schülerlauf warm gemacht, aber da kommt die Durchsage: Wegen des Gewitters wird der Lauf um eine halbe Stunde verschoben. Ein Vater blickt auf sein Handy und gibt Entwarnung: Seine Wetter-App signalisiert, dass es sich nur um den Ausläufer eines Gewitters handelt, das sich bereits von Aachen entfernt. Aber noch immer ist der Himmel dunkel, noch immer grummelt es in der Ferne.

Die jüngsten Läufer scheint das nicht weiter zu kümmern. Sie fiebern aufgeregt ihrem Start entgegen. Die Bambinis tragen gelbe Trikots und Startnummern, die zum Teil größer scheinen als sie selbst. Das gilt zumindest für die zweijährige Ella. Sie geht mit ihrer fünfjährigen Schwester Nena bei den Bambinis an den Start. Ihre Mutter ist früher unter anderem beim Hauptlauf selbst mitgelaufen und will ihren Töchtern jetzt zu einem unvergesslichen Erlebnis verhelfen.

Die Stimmung ist gut auf dem Tivoli, und die Läufer sind begeistert von der guten Organisation des Events. Seit November haben die Organisatoren den Lauf mit seinen verschiedenen Kategorien vorbereitet, sagt Peter Besting, und zwischen 50 und 60 ehrenamtlichen Helfer sind heute auf der Strecke und im Stadion unterwegs, damit alles reibungslos klappt.

Die Strecke des zehn Kilometer langen Hauptlaufes führt durch die Soers bis zum Blauen Stein und wieder zurück ins Stadion. Die andern Läufe für Schüler, Jugendliche oder der Jedermannlauf sind deutlich kürzer. Und jeder Läufer leistet mit seiner Teilnahme an dem von Actimonda gesponserten Event einen Beitrag für den guten Zweck. „Wir fördern mit einem Euro pro Teilnehmer die Organisationen ‚Breakfast4kids‘ und den „Kinderschutzbund“, sagt Besting. Die Bambinis ihrerseits laufen eine Runde durchs Stadion. Und wenn ihnen die Luft ausgeht, dann hören sie einfach auf.

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