Aachen: Einmal „Touri” sein - in der eigenen Stadt

Aachen: Einmal „Touri” sein - in der eigenen Stadt

Christa Ritzerfeld aus Eilendorf handelte ganz spontan: Kurzentschlossen buchte sie für sich und ihre beiden Freundinnen das Angebot „Aachen für Öcher”, das der „aachen tourist service” mit 16 Hoteliers der Stadt für die Aachener auf die Beine gestellt hatte.

Rund 500 echte Öcher buchten für zehn Euro pro Stern und Nacht in den teilnehmenden Hotels und stellten sich ihr Wochenende aus dem reichhaltigen Rahmenprogramm zusammen.

Die drei Damen im Rentenalter sind am Samstag komplett begeistert: „Heute machen wir erst mal die Stadtrundfahrt, dann haben wir im Quellenhof ein Candlelight-Dinner gebucht, und danach geht es ins Casino”, verkünden Marlis Bücken und Maria Knorr, beide dem unternehmungslustigen Trio zugehörig. J

etzt sitzen die drei Damen aber erst einmal bequem in der ersten Reihe des Cabrio-Stadtrundfahrtbusses, fächeln sich mit ihren Fächern Luft zu und machen nicht den Eindruck, als beeinträchtige die unglaubliche Hitze ihr Vergnügen.

Der Bus nimmt vom Elisenbrunnen aus gemächlich Kurs auf den Kaiserplatz, fährt über den Adalbertsteinweg hin zum Europaplatz und von dort in Richtung Norden. Währenddessen erzählen die drei von ihren Eindrücken. Man sei ja im Alltag blind, wenn man durch die Stadt gehe, und sehe die vielen schönen Ecken gar nicht mehr. „Deswegen haben wir auch die Altstadtführung gebucht und machen die Rundfahrt”, meint Christa Ritzerfeld.

Wie die drei Damen haben sich Michael Meyer und seine Frau Nicole auch für ein Wochenende in Aachen entschieden und im Quellenhof eingemietet. „Wenn schon, denn schon”, meint der Ingenieur, „sonst kommt man ja nicht dazu, in Aachens erster Adresse zu nächtigen”. Das Paar genießt das Angebot in vollen Zügen und lässt fast keine Veranstaltung aus: Die Motto-Stadtführung über Morde und Missetaten, eine Rathausführung und die Segway-Tour auf dem Lousberg.

Nicole Angerer-Meyer kennt als gebürtige Aachenerin zwar noch die Geschichten der Kaiserstadt aus der Schule, „aber es ist doch reizvoll, all die Anekdötchen zu hören und die Stadt noch einmal mit anderen Augen zu sehen”, meint die Tagesmutter.

Trotz des straffen Programms haben die beiden den Tag ganz entspannt begonnen, radelten zum Frühstück zum Münsterplatz und verbrachten die Pausen zwischen den einzelnen Angeboten in der Innenstadt bei einem Kaffee.

Flamenco und Stadtführung

Inzwischen hat der Bus den Hansemannplatz erreicht und tuckert die Monheimsallee hoch. Dörte Rosendahl erzählt von ihren Erfahrungen mit „Aachen für Öcher”. In den „Nachrichten” sei sie auf den Artikel über das Angebot gestoßen und habe direkt zwei Übernachtungen gebucht.

In der ersten nächtigte sie im Ibis-Hotel am Marschiertor, danach geht es ins Aquis Grana. Die gebürtige Oldenburgerin und seit 30 Jahren Wahl-Aachenerin lässt sich kaum etwas entgehen: „Das ist so ein tolles Programm, gestern habe ich das Flamenco-Konzert im Quadrum gesehen, heute mache ich die Stadtführung und die Rundfahrt”.

Inzwischen fährt der Bus vorbei am RWTH-Hauptgebäude, über die Hörn mit Kurs aufs Dreiländereck. Die Öcher genießen ihre Tour und sind einhellig der Meinung: „Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei!”

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