Aachen: Einladung zum Essen als „Danke schön“ für die Flüchtlingshelfer

Aachen : Einladung zum Essen als „Danke schön“ für die Flüchtlingshelfer

Eine eigene Küche, um selber darin kochen zu können: Das ist laut Bernd Goffart vom Sonderteam Flüchtlinge der Stadt Aachen der größte Wunsch der rund 60 Flüchtlinge, die derzeit in der Körner Kaserne an der Lintertstraße unterbracht sind.

Ihr Wunsch geht in absehbarer Zeit in Erfüllung, und damit wird die zentrale Essensausgabe im Zelt überflüssig.

Zwei Jahre lang wurden die Flüchtlinge hier täglich mit drei Mahlzeiten versorgt. Viele ehrenamtliche Helfer machten dies unter der Leitung von Richard Schmitt möglich. Bei ihm laufen nach wie vor alle Fäden zusammen, wenn es um die Betreuung der Neuankömmlinge geht. Die bedankten sich nun bei ihren Helfern, indem sie den Spieß einmal herumdrehten. Sie übernahmen das Kommando in der Küche und versorgten die unermüdlichen Helfer mit Speisen und Getränken, um auf diese Weise „Danke schön“ zu sagen.

Essenszelt als Lebensmittelpunkt

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren mit drei behelfsmäßig aufgestellten Zelten, die Wind, Sturm und Regen nicht immer standhielten, wie Richard Schmitt rückblickend erzählte. Bald wich das Provisorium einem stabilen Zelt, dass im Laufe der Zeit zum Lebensmittelpunkt der Flüchtlinge wurde. Hier wurde nicht nur gegessen, sondern auch alles Wichtige besprochen. „Es wird in Zukunft schwieriger sein, die Leute zu erreichen“, meinte Schmitt.

Doch die Phase der „Notversorgung“ ist vorbei, viele Flüchtlinge wohnen inzwischen in dezentralen Wohnungen, und jetzt heißt die große Herausforderung laut Bernd Goffart „Integration“. Die Sprachkurse spielen dabei nach wie vor eine elementare Rolle. In ganz Aachen sind es 151 Stunden Sprachunterricht pro Woche, die von Ehrenamtlern gegeben werden. „Und darauf können die Aachener wirklich stolz sein“, meinte Goffart. Überhaupt habe Aachen die Flüchtlingskrise nur dank der Ehrenamtler gut überstanden und gemeistert. Aus dem süddeutschen Raum kam sogar die Anfrage einer Stadt, wie man in Aachen so viele Angebote machen könne? „Das geht eben nur mit Hilfe der Aachener“, betonte Goffart einmal mehr.

Im September 2015 kamen im Zuge der großen Flüchtlingswelle 200 Flüchtlinge nach Forst. Die Bundeswehr stellte damals zwei Gebäude für die Unterbringung in der Körner Kaserne zur Verfügung. Viele von den damaligen Flüchtlingen wohnen inzwischen in einer eigenen Wohnung. In der Körner Kaserne bleibt aber Platz für 60 bis 80 Flüchtlinge, um weiterhin Neuzugänge aufnehmen zu können. Die können in Zukunft dann in der eigenen Küche kochen. „Damit beginnt für uns eine neue Phase“, sagte Schmitt. „Die Aufgaben für die Ehrenamtler ändern sich.“ Die Betreuung der Flüchtlinge ist nach wie vor wichtig. Sie brauchen Ansprechpartner und Hilfe bei der Suche nach einem Job.

„Viele der Helfer haben sich einzelnen Personen oder Familien angenommen und begleiten sie bis heute auf dem Weg in ihr neues Leben“, sagte Schmitt. Und dabei habe es schon viele Erfolgsgeschichten gegeben.

Schmitts Dank galt all jenen, die geholfen haben und auch weiterhin helfen: Den vielen ehrenamtlichen Helfern, der Pfarrgemeinde St. Katharina und all den Spendern, die das Projekt finanziell unterstützt haben.

Mehr von Aachener Nachrichten