Aachen: Einkaufsstadt Aachen muss Kunden zurückgewinnen

Aachen : Einkaufsstadt Aachen muss Kunden zurückgewinnen

28.000 Quadratmeter neue Einzelhandelsfläche in der Kaiserplatz-Galerie, 16.000 in den Aachen-Arkaden, fast 9000 in der Trendbox auf dem Gelände des Parkhauses Büchel: Betrachtet man die aktuellen Bauvorhaben in Aachen, so könnte einem glatt ein wenig schwindelig werden.

Doch die Vertreter der Investoren, die auf der Jahreshauptversammlung des Märkte- und Aktionskreis City (MAC) ihre Konzepte vorstellten, sind zuversichtlich: „Der Gewinner wird die ganze Stadt sein”, behauptete Geerd Simonis vom niederländischen Unternehmen TCN, das sowohl Trendbox als auch Aachen-Arkaden am Bahnhof Rothe Erde betreiben wird.

Ähnlich äußerte sich Professor Hans Kahlen, Architekt der geplanten Galerie zwischen Kaiserplatz und Kugelbrunnen: „Wir wollen die Kunden zurückgewinnen, die Aachen als Einkaufsstadt den Rücken gekehrt haben.”

Ausführlich erläuterte Kahlen den Aachener Einzelhändlern, die im MAC organisiert sind, die mögliche neue Konkurrenzsituation. Bei diesen überwog eine durchweg positive Grundhaltung gegenüber den Projekten, nur ein einziger Kaufmann bemerkte, dass Aachen mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 1,7 Millionen Quadratmetern für eine Stadt dieser Größenordnung bereits ausreichend versorgt sei. Auch der Umsatz, der aus dem Umland abgezogen werde, sei verhältnismäßig hoch.

Hans Kahlen jedoch glaubt, dass es den Kunden, der von der Galerie angesprochen werden soll, in der Kaiserstadt im Moment noch nicht gebe. „Aachen benötigt diese Verkaufsfläche”, so Kahlen. Die untere Adalbertstraße müsse wieder zur 1A-Lage gemacht werden.

Die Händler auf der nördlichen, der Galerie gegenüberliegenden Seite würden letztlich durch das moderne Einkaufszentrum profitieren. Lediglich in einer Übergangszeit müssten ihre Ladenmieten gesenkt werden, „damit sie die nächsten zwei bis drei Jahre überstehen”, so Kahlen. Anfang 2010 soll die Galerie fertig sein.

Geerd Simonis nannte für die Eröffnung der Trendbox schon ein Datum: 15. Oktober 2009. „Um 16.30 Uhr”, fügte er scherzhaft hinzu. Er richtet sich an ein „trendiges Publikum”, vor allem Studenten, möchte eine Kombination aus Lifestyle-Shop und Events. Auf dem Dach soll nach seinen Vorstellungen eine Strandbar entstehen, die im Winter zu einer Eisbahn umgebaut werden soll.