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Aachen: Einige Schulen warten weiter auf einen Schulsozialarbeiter

Aachen : Einige Schulen warten weiter auf einen Schulsozialarbeiter

Es gibt Kinder in Aachen, die haben’s echt nicht leicht. Sie leben in Familien, in denen sich Mutter und Vater getrennt haben. Sie leben in Familien, in denen ein Elternteil krank ist oder sogar verstorben. Sie leben mit Eltern, die psychisch krank oder drogenabhängig sind.

Auch für die Schulen, die diese Kinder betreuen, ist das oft schwierig. Da sind die Kollegien froh, wenn sie einen Schulsozialarbeiter im Team haben. Wie die Verwaltung jetzt im vierten Sachstandsbericht zur Schulsozialarbeit darlegte, ist die Nachfrage nach Schulsozialarbeit immer noch größer als die Versorgung der Schulen.

Aktuell hat die Stadt Aachen in ihrem kommunalen Team 35 Sozialarbeiterinnen und —sozialarbeiter (plus eine Teamleitung) an ihren Schulen im Einsatz. Dazu kommen noch einmal zehn Landesstellen in der Schulsozialarbeit. Die städtischen Fachkräfte versorgen zum Beispiel 21 Grundschulen, drei Förderschulen, eine Hauptschule, drei Realschulen, vier Gesamtschulen und ein Gymnasium. Reichen tut das nicht.

15 Grundschulen haben weiterhin keinen Schulsozialarbeiter. Von denen haben laut Verwaltung die GGS Am Höfling, KGS Am Römerhof, KGS Verlautenheide und Montessori-Grundschule Reumontstraße zwischenzeitlich nachgefragt, ob sie nicht auch mit Schulsozialarbeit versorgt werden können. Begründung laut Verwaltung: „wachsende Anteile von Kindern, die massive Verhaltensauffälligkeiten aufweisen“. Ursachen: siehe oben.

Anträge von sechs Gymnasien

Auch sechs Gymnasien bemühen sich um Schulsozialarbeit. Für zwei Gymnasien, Kaiser-Karls-Gymnasium und Gymnasium St. Leonhard, konnte zumindest ein wöchentlicher Beratungstag mit einer Schulsozialarbeiterin eingerichtet werden. Stefan Menzel, Schulleiter an St. Leonhard, äußerte sich im Schulausschuss sehr zufrieden mit der Unterstützung. „Wenn aus Kindern Erwachsene werden, läuft das nicht immer rund“, sagte er.

„Da gibt es Probleme in den Familien. Für uns ist der Einsatz der Schulsozialarbeit eine große Unterstützung, auch wenn es nur ein Tag in der Woche ist. Wir hätten uns mehr gewünscht, aber mehr ist nicht drin.“ Seit Beginn des neuen Schuljahrs gibt es auch am Anne-Frank-Gymnasium einen Beratungstag in der Woche. Mehrere Gymnasien, die erstmals Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder eingerichtet hatten, werden von Schulsozialarbeitern für Integration unterstützt.

Bernd Krott (SPD) erinnerte in der gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss und Kinder- und Jugendausschuss daran, dass die Finanzierung des Landes zunächst nur bis Ende 2018 sichergestellt sei. „Da müssen wir rechtzeitig Klarheit haben, dass das weitergeht“, forderte er. Und eigentlich gehöre der Schulsozialarbeiter zum „Standard“ an jeder Schule. „Das haben wir noch nicht erreicht.“

(mg)