Aachen: Einige Politiker immer noch im Wahlkampf

Aachen : Einige Politiker immer noch im Wahlkampf

Einen Monat nach der Bundestagswahl hängen manche Politiker noch ganz schön in der Luft. Nicht nur in Berlin, wo die potenziellen Koalitionäre den Weg nach Jamaika sondieren. In Aachen lächeln sie noch von Wahlplakaten herab, die längst abmontiert sein sollten.

„Die Plakate müssen eigentlich eine Woche nach der Wahl entfernt sein“, sagt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Dennoch weisen „Nachrichten“-Leser die Redaktion darauf hin, dass an diversen Laternenpfählen im Stadtgebiet nach wie vor um die Gunst der Wähler geworben wird, obwohl die Kreuzchen längst gemacht sind.

„Vereinzelte Fälle“

Auch bei der Stadtverwaltung gingen solche Hinweise ein, bestätigt Klösges. Es handele sich allerdings lediglich um „vereinzelte Fälle“. Die letzten Spuren des Wahlkampfes würden in aller Regel flott beseitigt. Bei den großen Parteien seien meist Firmen damit beauftragt, die Werbung zunächst in der Stadt zu platzieren und anschließend wieder abzuräumen,

Mitunter werde dabei mal ein Plakat vergessen, meint Klösges, ein großes Problem sieht sie darin aber nicht. Zwar sei die fristgerechte Entfernung der Wahlwerbung vertraglich vereinbart und die Stadt könne sie entsprechend einfordern.

Theoretisch denkbar sei etwa, nach Ablauf der Frist noch vorhandene Plakate als Ordnungswidrigkeit zu ahnden und Bußgelder zu verhängen. Auch könnte die Stadt die Wahlwerbung selbst abräumen und den Parteien dafür die Rechnung schicken. „Aber das ist alles nur theoretisch“, sagt Klösges, „in der Praxis klappt es auch anders ganz gut.“

„In der Regel umgehend“

Soll heißen: Die Parteien werden auf die übriggebliebenen Plakate hingewiesen, räumen sie flott ab, und die Sache ist erledigt. In diesem Sinne bittet Rita Klösges auch Bürger, die noch auf Überbleibsel des Wahlkampfs im Stadtgebiet stoßen, um einen Anruf bei der städtischen Hotline Call Aachen (Telefon 0241/432-0). Die dort eingehenden Hinweise würden dann an die Parteien weitergeleitet, die ihre Plakate „in aller Regel umgehend“ wieder einsammeln würden.

Es dürfte in ihrem eigenen Interesse liegen. So manches frisch gewaschene Kandidaten-Konterfei hat in den vergangenen Wochen unter Wind und Wetter doch arg gelitten, die Pappen sind halt nicht für die Ewigkeit gemacht. Und so sehen die Politikergesichter irgendwann nicht mehr wirklich frisch und strahlend aus.

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