Aachen: Eine Woche lang mit der Kamera durch Hasselt

Aachen: Eine Woche lang mit der Kamera durch Hasselt

Man kann bekanntlich alles übertreiben. Und zu viele Informationen über Hasselt sollten die Schüler des Paul-Julius-Reuter-Berufskollegs dann doch nicht erhalten. Jedenfalls nicht die, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in dem belgischen Städtchen gratis nutzbar sind.

Denn dann, so fürchtete Lehrerin Griet Cordemans, würde die Klasse HBF 102 zu viele Eindrücke verpassen. Eine Woche lang waren 17 von ihnen zu Fuß in Hasselt unterwegs. Stets dabei: die Videokamera, mit der am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg nunmehr bereits fünf Dokumentarfilme über die Orte der Euregio entstanden sind.

In diesem Schuljahr war also Hasselt dran, gelegen in der belgischen Provinz Limburg. Und Scheu vor Kameras haben die Einheimischen ganz offensichtlich nicht. Als „nicht zu groß und nicht zu klein”, schätzt eine Hasselterin ihre Heimat ein. Für sehr modebewusst hält eine andere sich und ihre Nachbarn: „Zwar nicht wie in Paris und in Stockholm, aber trotzdem.” Nüchtern fallen die Kommentare hingegen aus, wenn die Bewohner über die politischen Probleme Belgiens sprechen. Geschäftsstraßen und historische Orte, der Hafen und das Genever-Museum werden von den Jungfilmern besucht - und vor allem: die Provinciale Handelsschool Hasselt.

Was beide Schulen gemeinsam haben: Die Lage in der Euregio wird als Chance gesehen, die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten. Den Blick über die Grenzen hält das Kollegium um Schulleiterin Petra Klösges für zeitgemäß. Niederländisch und Französisch gehören für die Schüler am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg somit stets zum Lehrplan, angeboten werden auch Spanisch und Türkisch. Passend dazu ist auch der fünfte Teil der Dokureihe sowohl auf Niederländisch als auch auf Deutsch untertitelt.

Nicht den erworbenen Sprachkenntnissen zu verdanken ist sicher das schöne Fazit, das eine Aachener Schülerin am Ende des Films nach der Woche in Hasselt zieht: „Alle in der Klasse verstehen sich jetzt gut. Alle!”