Aachen: Eine Woche Karlsausstellung: Ein Andrang wie im Louvre

Aachen : Eine Woche Karlsausstellung: Ein Andrang wie im Louvre

Im Pariser Louvre mag das Menschengewimmel an der Tagesordnung sein, im Aachener Krönungssaal ist es eher ungewöhnlich. Möglich macht es die in der vergangenen Woche mit viel Pomp eröffnete Ausstellung „Macht Kunst Schätze“. Der Dreiteiler zum Karlsjahr entwickelt sich schon in den ersten Tagen zum echten Knüller.

Gut 13 000 Besucher wurden bis Freitagmittag alleine im Krönungssaal und im Centre Charlemagne gezählt, weitere kommen in der Domschatzkammer hinzu. „Wir sind hocherfreut über die Resonanz“, sagt Pressesprecher Hans Poth. Und dies nicht zuletzt, weil auch die überregionalen Medien mit mit denkbar positiven Berichten die Blicke auf Aachen lenken. Kein Wunder also, dass der Andrang groß und die Schlangen an den Einlasskassen lang sind. Alleine am heutigen Samstag sind für den Ausstellungsteil „Orte der Macht“ im Krönungssaal 31 Führungen gebucht worden.

Und auch bei den Schulen ist das Interesse offenbar groß. So wurde die Ausstellung auch höchst erfolgreich in das Angebot der städteregionalen Bildungszugabe aufgenommen. 162 Schulklassen wollen die Möglichkeit nutzen, mehr über die Zeit Karls des Großen zu erfahren. Alles in allem sind das 5400 Kinder und Jugendliche, die dank der Bildungszugabe kostenlos durch die Schau geführt werden.

Damit sind alle Plätze vergeben, doch die Aachener Grünen wollen es dabei nicht bewenden lassen. Ihrer Einschätzung nach sind nur wenige weiterführende Aachener Schulen zum Zuge gekommen, weil ihnen möglicherweise wegen der Abiturprüfungen und Konferenzen die Buchungsfrist durchgegangen ist.

Fraktionssprecherin Ulla Griepentrog, selbst Lehrerin, regt daher in einem Brief an Oberbürgermeister Marcel Philipp an, weitere Mittel für kostenfreie Führungen von Schulklassen zur Verfügung zu stellen. Schließlich sei es das gemeinsame Ziel, „Aachener Kindern und Jugendlichen einen Teil ihrer eigenen Geschichte nahezubringen“. Nach Berechnungen der Grünen würden 5000 Euro für gut 100 Klassenführungen reichen.

Großer Zeitdruck

Doch die Zeit drängt, und ein politischer Beschluss für eine solche „zusätzliche freiwillige Leistung“ der Stadt ist auf die Schnelle nicht mehr möglich. Schließlich sind bald Sommerferien, und am 21. September endet die Ausstellung schon wieder.

Auf Anfrage der „Nachrichten“ zeigte sich Philipp gleichwohl aufgeschlossen. Er will die Grünen-Anregung am Dienstag im Verwaltungsvorstand beraten und strebt eine informelle Einigung mit den Fraktionen an, die bereits am Mittwoch getroffen werden könnte.

Sollte grünes Licht gegeben werden, müssen sich die Schulen sputen: Knapp fünf Wochen blieben ihnen nach den Sommerferien, um eine der begehrten Führungen zu kriegen.