Aachen: Eine tolle Inszenierung zum Ende der Schulzeit

Aachen : Eine tolle Inszenierung zum Ende der Schulzeit

Mit dem Theaterstück „Romeo und Julia — reloaded“ möchte die Klasse 10a der Viktor-Frankl-Schule (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung in Aachen) sich von ihrer Schule verabschieden.

Als vor einem Jahr die Schüler das Stück Romeo und Julia im Deutschunterricht lasen, waren sie sofort begeistert. Die Idee, ein eigenes Theaterstück zu spielen, unterstütze Deutschlehrerin Anke Manzoni sofort: „Die Schüler waren von Anfang an hochmotiviert und kamen immer wieder mit neuen Ideen zu mir.“

Bühnenreife Inklusion: Unterstützt vom Schulorchester der Viktoriaschule (kleines Foto) haben die Schülerinnen und Schüler „Romeo und Julia“ neu inszeniert. Foto: Andreas Schmitter

Auch Schulleiterin Beate Jahn war überzeugt von dem Theaterstück. Kurzerhand wurde ein neues Modul ins Leben gerufen: „Es ist wichtig, Schülerwünsche aufzugreifen. Nicht nur, dass den Schülern das Theatermodul super gefällt, dort lernen sie auch allerhand neue Fähigkeiten. So soll die Bühnenpräsens den Schülern unter anderem helfen, sich laut und deutlich zu artikulieren. Es ist uns wichtig, ihnen das mit auf den Weg für ihr Berufsleben zu geben“, erklärte Jahn jetzt bei der Probe.

Bei dem Theaterstück hatten die Schüler allerhand Freiräume. Romeo und Julia — reloaded nach Norbert Frank, änderten sie so ab, dass es zu ihnen passte. So handelt das 90-minütige Theaterstück von dem 16-jährigen Förderschüler Romeo (Antonio D’amato) und der Gymnasiastin Julia (Janina Becker), die beide auf eine Gemeinschaftsschule gehen und sich dort verlieben.

„Nach einem halben Jahr Proben bin ich schon ziemlich aufgeregt“, sagt Janina. Antonio hingegen sieht dem ganzen gelassen entgegen, er hat schon Theatererfahrung.

Auch die dazugehörige Musik wurde mit der Unterstützung von Musiklehrer Frank Berges von den Schülern selber zusammengestellt. „Die Songtexte haben wir zusammen erarbeitet, zu Melodien, die die Schüler in meinem Musikunterricht besonders gerne gemocht haben, so kriegt das Stück eine ganz eigene Farbe und Dynamik.“

Musikalische Unterstützung bekommen die Schüler dabei von Sängerin Irmgard Lebherz und dem Schulorchester der Viktoriaschule in Aachen. In dem Orchester spielen Schüler zwischen 9 und 18 Jahren. „Sie waren sofort begeistert von der Idee,“ freuten sich Philipp Möller und Ila Tönnes, die das Orchester leiten. „Es ist nicht selbstverständlich, solch einen enormen Einsatz zu zeigen wie die Viktoriaschule. Dafür sind wir unglaublich dankbar“, sagte Berges.

Für alle bedeutete das Theaterstück einen enormen Zeitaufwand. Ob Lehrer, Eltern, Techniker, Hausmeister oder Schüler, alle haben geholfen, wo sie nur konnten. Ein großes Lehrerteam kümmerte sich in verschiedenen Bereichen um Requisiten, Stimmtraining, Bühnenaufbau, Musik, Schauspielunterricht und Regie. Die Schüler kamen sogar samstags in die Schule, um zu proben und blieben nach der Schule länger. Doch der Zeitaufwand zahlt sich aus. Alle sind sehr stolz auf das, was sie geschaffen haben. Ein Theaterstück, welches vor allem eine politische Botschaft verbreitet: Inklusion kann auch überschulisch durch die Zusammenarbeit zwischen Förder- und Regelschulen erfolgen.

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