Aachen: Eine spielerische Ausbildung für den künftigen Polizeihund

Aachen : Eine spielerische Ausbildung für den künftigen Polizeihund

Der will nur spielen, klar. Aber Bruno darf das auch, weil er dabei eine Menge lernt. Und das muss er auch, denn irgendwann steht seine Prüfung an. Der Malinois, eine Variante des Belgischen Schäferhunds, soll später mal ein guter Schutzhund werden. Doch bis zur Prüfung muss Diensthundeführerin Vanessa Sohl dem jungen Hüpfer noch allerhand beibringen.

„Sein Spieltrieb spielt bei der Ausbildung eine wichtige Rolle“, erklärt die Polizeihauptkommissarin. Dass Bruno einen in die Wiese geworfenen Ball in Windeseile einfängt und zurückbringt, ist dabei nur ein Aspekt. „Er ist sehr neugierig“, sagt Vanessa Sohl, „das fördern wir auch.“

Elf Diensthundeführer gibt es bei der Aachener Polizei, Vanessa Sohl ist schon seit mehr als zehn Jahren mit vierbeinigen Kollegen unterwegs. Willi war der erste, inzwischen ist er 13 Jahre alt „und bei mir in Rente“. Von dem erfahrenen Kollegen könnte Bruno sich theoretisch eine Menge abgucken, praktisch aber funktioniert es nicht: „Willi will seine Ruhe haben“, sagt die Polizistin, „der bringt anderen nichts mehr bei.“

Lernen kann er allerdings von der Schutzhündin Luisa, die zusammen mit Vanessa Sohl Dienst schiebt. Sie kann schon das, was Bruno noch lernen muss. „Schussbeständig“ soll er werden, sich also „neutral verhalten“, wenn es knallt. Den Schützen darf er nicht attackieren, im Zweifelsfall könnte der ja einer von Sohls Kollegen sein. „Weglaufen sollte er auch nicht“, sagt die Diensthundeführerin, „das wäre der Super-Gau.“

Gefahrensituationen muss Bruno erkennen können. „Er muss merken, wann es ernst wird“, sagt Vanessa Sohl. In solchen Momenten wissen gute Polizeihunde, was zu tun ist, und entscheiden gegebenenfalls selbst. „Etwa wenn ich selber angegriffen werde“, nennt sie ein Beispiel. Bruno müsste sich dann auch ohne besondere Aufforderung um den Angreifer kümmern. „Das sollte er können“, sagt die Polizistin, „das fände ich schön.“

Aber Bruno steht noch am Anfang seiner Ausbildung. Im Mai wurde er in der Landeszucht in Schloss Holte-Stukenbrock geboren, seit Juli lebt er bei Vanessa Sohl. Obwohl er noch nicht im Dienst ist — die erste Schutzhundeprüfung steht im Alter von anderthalb bis zwei Jahren an, danach wird sie alle zwei Jahre wiederholt —, begleitet er die Polizistin jeden Tag zum Dienst. „Wir gehen überall hin“, sagt Vanessa Sohl. So lernt Bruno, über Gitter zu laufen, vor seltsamen Dingen wie Aufzügen keine Angst zu haben oder auch in größeren Menschenansammlungen Ruhe zu bewahren.

Nach jeder gelungenen Übung gibt es ein Leckerchen. Bruno lernt schnell, „er frisst eben sehr gerne“, sagt die Diensthundeführerin, die das Futter nicht selbst bezahlen muss. Der Hund gehört ihr schließlich nicht, er ist Landeseigentum.

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