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Aachen: Eine Liednacht ganz im Zeichen der vier Elemente

Aachen : Eine Liednacht ganz im Zeichen der vier Elemente

Zum Auftakt der dritten Liednacht in der IHK blieben viele Stühle leer. Angesichts des umfangreichen Programms hat das laut Heike Weitz vom Veranstaltungsteam aber nicht viel zu sagen. Demnach steigen viele Zuhörer möglicherweise erst später ein und bleiben dann sogar bis zum Schluss.

In den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Theaterstraße jedenfalls bekam das Publikum eine erste Gelegenheit, „in kleine Wunderwelten aus Klang abzutauchen“. Die vier Elemente „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ standen als wegweisender Titel über der diesjährigen Nacht des Liedes. Ein Flügel und ein Sänger, beziehungsweise eine Sängerin, Bariton und Sopran, luden in der IHK ein, sich ganz den Liedern von Komponisten wie Gerald Finzi, Claude Debussy oder Franz Schubert hinzugeben. Zu Grunde liegen ihnen Gedichte von Thomas Hardy, Paul Verlaine oder Johann Wolfgang von Goethe.

Und so trugen die vier Elemente die Musiker und die Zuhörer durch die Nacht. Im Mittelpunkt standen dabei laut Prof. Ulrich Eisenlohr, Hochschule für Musik und Tanz, emotionale und philosophische Liebesgeschichten als direkte Verbindung zu den vier Elementen. „Denn ‚Feuer‘ verbinden wir beispielsweise mit Leidenschaft, oder ‚Luft‘ mit der Leichtigkeit des Seins“, sagt er.

Dass sich die Texte auch beim Singen durchaus in Gebärden umsetzen lassen, bewies Julia Wernicke. Sie gab zuvor eine kleine Einführung in die besondere Herausforderung, Gedichte in die Gebärdensprache zu übersetzen.

Insgesamt 14 Kurzkonzerte mit Titeln wie „Auf dem Wasser zu singen“, „Feuer und Tränen“ oder „Aus dem Grab“ luden das Publikum an drei Standorten ein, zu verweilen und sich ganz den Liedtexten zu ergeben. Gesungen wurde in der IHK, in der Hochschule und später dann auch im Theater.

„Wir wollen auch nach außen präsent sein“, liefert Eisenlohr eine Begründung für dieses Mammutprojekt. Beteiligt waren rund 40 Künstler, darunter Studenten und Lehrende sowie der Tenor Christoph Prégardien. Sie alle zeigten die Vielfältigkeit des Liedes, das laut Veranstalter „immer ein Spiegel seiner Zeit ist, ein Spiegel dessen, was Menschen bewegt, ihrer Sehnsüchte, Stimmungen und auch gesellschaftlicher Prozesse“.

Und in der IHK freute sich Fritz Rötting, Geschäftsführer Dienstleistungsunternehmen, Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit, über diesen „Gastauftritt“ der Hochschule. „Wir freuen uns immer, wenn unsere Nachbarn rüberkommen“, sagte er und hob die Bedeutung der Hochschule für Musik und Tanz hervor: „Wir sollten uns glücklich schätzen, sie in Aachen zu haben.“ Nicht nur das Publikum der Liednacht wird da seiner Meinung sein.