Aachen: Eine kleine Weinreise mit Karl dem Großen

Aachen: Eine kleine Weinreise mit Karl dem Großen

Auch all jene, die sich mit der Geschichte Aachens auskennen, können ihr Wissen möglicherweise noch ein bisschen erweitern. Denn wie vielen Öchern ist geläufig, dass Karl der Große einen erheblichen Anteil an der Wiedergeburt des Weinbaus in Europa hatte?

Eine „Weinreise entlang der Route Charlemagne” klärt demnächst auf. Zunächst gibt es bei einer einstündigen Führung unter Leitung von Thomas Müller einen Einblick in die Geschichte des Weinbaus, vermittelt an einigen Stationen der Route Charlemagne wie Rathaus, Katschhof oder Dom. Der Kurator der Route Charlemagne: „Ein großes Unternehmen wie die Route Charlemagne lebt auch von kleinen Projekten.” So sei interessant zu erfahren, welchen Einfluss Kaiser Karls effektive Verwaltung auch auf die Landwirtschaft und den Weinanbau gehabt habe.

Nach der Führung findet eine anderthalbstündige Weinprobe im Haus Löwenstein statt, bei der sich die Teilnehmer von Expertin Mari Lax-Hoffmann in die Welt des Weins entführen lassen können. Acht Weine, die allesamt einen Bezug zu Karl dem Großen haben, werden vorgestellt und verköstigt. Dazu gibt es Snacks, Brot und Mineralwasser.

Enormer Qualitätsschub

„Wenn man sich mit dem Weinbau in Europa beschäftigt, gelangt man automatisch zum geschichtlichem Hintergrund und vor allem zu Karl dem Großen”, betont die Weinakademikerin. Denn dank Karl habe der europäische Weinbau einen enormen Qualitätsschub erlebt. Man könne ihn wirklich als Kämpfer für den guten Geschmack beschreiben: Die schlechten Rebstöcke, aus denen man damals einen säuerlichen Wein namens „Heunisch” gewann, ließ er roden und stattdessen wertvollere, fränkische Rebsorten anpflanzen.

Nicht mehr mit Füßen

Außerdem veranlasste Karl neue Hygienevorschriften - der Wein durfte zum Beispiel nicht mehr mit bloßen Füßen getreten werden. „Dazu kam, dass gleichzeitig auch noch die Klöster wie Pilze aus dem Boden schossen. Die brauchten alle ihren Messwein”, so Lax-Hoffmann. Die Landwirtschaft wurde angekurbelt, das Weingeschäft boomte.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann am Sonntag, 31. Oktober, mehr erfahren. Los geht es um 16 Uhr am Haus Löwenstein, eine Teilnahme kostet 29 Euro. Tickets gibt es unter anderem in der Servicestelle unserer Zeitung in der Innenstadt, Buckremerstraße. Eine appetitliche Art, mehr über die Geschichte Aachens und des großen Karl zu erfahren.