Aachen: Eine Frau, die das Thema Tihange in den Köpfen hält

Aachen: Eine Frau, die das Thema Tihange in den Köpfen hält

Ein Statement gegen Tihange abgeben und sich für erneuerbare Energien stark machen: Das sind die Motive, die die Pianistin Viola Kramer dazu veranlassen, möglichst jeden Samstag auf dem Brander Markt zu stehen. Mit einem gelb-schwarzen Anti-Atom-Schirm in der Hand und einigen Mitstreitern, die sich jeweils spontan einfinden, macht sie gegen Tihange mobil.

„Atomenergie ist Käse“, sagt sie. Und auch wenn sie sich darüber klar ist, dass „die Belgier Tihange nicht gleich abschalten, nur weil ich mit ein paar Leuten auf dem Marktplatz stehe“, wird sie auch in Zukunft allwöchentlich ihr Statement abgeben. „Das Thema Tihange soll nicht in Vergessenheit geraten, sondern in den Köpfen der Menschen bleiben“, sagt sie.

Am Samstag, 14. Januar, hat sie sich spontan entschlossen, um fünf Minuten vor 12 auf dem Brander Markt ihr Statement gegen Atomkraft abzugeben. Eine große Bewegung will sie daraus nicht machen, auch wenn sie nichts dagegen hat, wenn sich der eine oder andere ihrem Protest anschließt. „Wir leben in einem globalen Dorf“, sagt sie, „und das, was unsere Nachbarn machen, hat eben auch Auswirkungen auf unser Leben.“ Sie hat einen Anti-Tihange-Schirm und den spannt sie auf. Der Brander Stier bekommt ein gelbes Tuch, und wenn alles drapiert ist, hält die kleine Gruppe genau um „5 vor 12“ inne. Mit einer Kamera, die sie auf einem Stativ entsprechend ausgerichtet hat, macht Viola Kramer Fotos, um sie später ins Internet zu stellen.

Auf www.5vor12.nrw findet sich mit den Fotos eine genaue Dokumentation der einzelnen Samstage vor dem Brander Stier. „Ich will nicht für die Aktion leben“, sagt sie, „sondern für das Ziel.“ Die Webseite hat sie selber eingerichtet, und dazu auch noch Faltblätter in Druck gegeben. Mehr Geld und mehr Energie will sie aber eigentlich nicht darauf verwenden. Im Wesentlichen geht es ihr darum, das Thema Tihange wach zu halten. Und nach jeder „Blitzwache“ schaut sie nach, wie viele Besucher auf ihrer Webseite waren. „Meist sind das nicht so viele“, sagt sie. Aber am Tag der Einweihung des neugestalteten Marktplatzes in Brand besuchten besonders viele ihre Seite. „Dabei war ich an dem Tag fast allein auf dem Marktplatz mit meinem Protest“, sagt sie.

„Es ist keine große Sache“, räumt sie ein, vertraut aber dennoch auf die Wirkung. „Wenn Kinder zum Beispiel ihre Eltern fragen, was wir hier machen, dann ist schon viel gewonnen.“

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