100 Jahre Rhenania Richterich: Eine echte Institution im Stadtteil

100 Jahre Rhenania Richterich : Eine echte Institution im Stadtteil

Eine Institution, das war Rhenania Richterich für viele Fußballer in den vergangenen Jahrzehnten. Unser Mitarbeiter Peter Schopp sprach aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Clubs mit dem Vorsitzenden Dieter Arns und seinem Stellvertreter Frank Körfer über veränderte Vorzeichen, neue Gewichtungen und anstehende Veränderungen.

Wie laufen die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag?

Arns: „Noch ist es ruhig bei uns. Die Hauptveranstaltung mit Festabend in der Peter-Schwarzenberg-Halle steigt am 29. Juni unter dem Motto „Night in Paris“. Es gibt eine Ausstellung mit Rückblick auf die 100 Jahre Rhenania und natürlich ein paar Reden. Der Wortanteil an der Veranstaltung soll aber möglichst gering gehalten werden. Wir möchten eine schöne Fete feiern.“

Körfer: „Außerdem veranstalten wir am 7. September ein kleines Turnier mit den Traditionsmannschaften von Alemannia Aachen, Schalke 04 und Rhenania Richterich. Darauf freuen wir uns sehr.“

Welche Abteilungen gibt es heute im Verein?

Körfer: „Momentan haben wir nur den Fußball, es wäre schön, wenn noch andere Abteilungen hinzukämen. Aber dafür braucht man Menschen, die eine Idee und Spaß daran haben, andere zu aktivieren und mitzunehmen. Daran mangelt es leider in der heutigen Zeit.“

Arns: „Allerdings möchten wir nach den Feierlichkeiten eine neue Abteilung etablieren, wir nennen sie die Gesundheitsabteilung. Alles rund um die Fitness wie Reha-Sport, Bewegung für ältere Menschen und Entspannung möchten wir im Verein verankern, aber das ist ein ganz schöner Aufwand. Platz dafür wäre in der kleinen Halle über dem Umkleidetrakt. Im Moment steht aber das aktuelle Jubiläum klar im Vordergrund.“

Sehen sie es als Vor- oder Nachteil, nur eine Abteilung zu haben?

Körfer: „Nun ja, beides. Einerseits kann man sich dann voll auf die eine Abteilung konzentrieren, andererseits fehlt die Breite im Club. Aber Rhenania hatte immer nur den Fußball, deshalb kommen wir damit gut klar.“

Wie sehen Sie die Akzeptanz des Vereins im Ort?

Arns: „Die Rhenania ist seit jeher fester Bestandteil des Richtericher Vereinslebens. Aber der Zuzug vieler Nicht-Richtericher in den vergangenen Jahrzehnten hat schon etwas die Bindung zum Club einschlafen lassen, Tradition und Bewusstsein für den Verein sind ein bisschen verloren gegangen. Beispielsweise Peter Kuckelkorn und Norbert Schmidt mit ihren Familien sind solche Menschen, ohne die ein Verein nicht existieren kann. Sie sind immer da, wenn Hilfe nötig ist. Davon gibt es leider zu wenige.“

Körfer: „Unsere glorreichen Zeiten mit Oberligafußball sind natürlich lange vorbei, damals waren wir ein Aushängeschild für die ganze Region und hier war jeder stolz auf den Club. Aber wir haben in sich ändernden Zeiten unsere Arbeit fortgesetzt, nun eben mit anderen Vorzeichen. Wir hatten trotz unseres Aschenplatzes in den vergangenen Jahren regen Zulauf, vor allem in den jüngeren Jahrgängen. Dafür ist es im Seniorenbereich etwas schwieriger geworden. Deshalb beobachten wir die Entwicklung im Richtericher Dell auch ganz genau, die Bebauung dort könnte unserem Verein noch einmal guttun.“

Der Ball im Mittelpunkt: Die beiden Vorsitzender der Rhenania wissen um die Bedeutung des Klassikers. Foto: Andreas Steindl

Was erwarten Sie vom versprochenen Kunstrasen?

Arns: „Im Moment hakt es bei der Umsetzung etwas. Aber wir sind mit Politik und Verwaltung im Gespräch, damit wir schnell den neuen Platz vorzeigen können. Das ist in der heutigen Zeit ein unglaublicher Vorteil, solch einen Platz anbieten zu können.“

Körfer: „Alle Vereine, die in den letzten Jahren einen neuen Kunstrasen bekommen haben, konnten danach einen Anstieg der Aktivenzahlen verzeichnen. Das erhoffen wir natürlich auch bei uns.“

Welche wichtigen Termine gibt es in diesem Jahr noch für Sie?

Körfer: „Ganz wichtig ist uns grundsätzlich die Jugendarbeit. Bereits im Februar hat unser Hallenturnier für die kleinen Fußballer stattgefunden, und im Juni gibt es vom 20. bis zum 23. Juni das jährliche Jugendturnier für die Größeren.“

Arns: „Der Höhepunkt für einige ist aber in jedem Jahr die Teilnahme am Dana-Cup in Dänemark. Jedes Jahr fahren eine oder zwei Mannschaft dorthin, wir sammeln Wimpel von Gegnern aus der ganzen Welt. Das ist immer faszinierend, man kommt sich vor wie bei einer kleinen WM.“

Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus?

Körfer: „Das naheliegende Ziel heißt zunächst Klassenerhalt der ersten Mannschaft in der Kreisliga A. Anschließend steht natürlich der Kunstrasenplatz auf der Agenda.“

Arns: „Mittelfristig wollen wir auch mit Hilfe des neuen Platzes unsere Seniorenmannschaften wieder auf einem etwas höheren Niveau etablieren. Wir hoffen, dass wir unseren Trend in Sachen Mitgliederzahlen halten oder ausbauen können. Die neue Abteilung Gesundheit wird noch eine große Herausforderung, dafür suchen wir auch Mitstreiter.“

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