Aachen: Einbrecher wütet bei der FDP

Aachen: Einbrecher wütet bei der FDP

Mit einem „Gruß vom Hartz-IV-Schnorrer” hat sich ein Unbekannter verabschiedet, der in der Nacht zum Dienstag in die Fraktionsräume der Aachener FDP am Katschhof eingestiegen ist und mitten im Umzug zusätzliches Chaos angerichtet hat.

Der oder die Einbrecher durchwühlten für den Abtransport bereitgestellte Umzugskartons, schütteten den Inhalt wieder aus und zerfledderten Aktenordner. Nach Polizeiangaben ließen sie zudem einen Beamer, einen Laptop, geringe Mengen Bargeld und Alemannia-Tickets mitgehen.

Fraktions-Geschäftsführerin Sigrid Moselage und ihre Mitarbeiter gehen von einer gezielten Attacke gegen die FDP aus. Dafür spreche, dass nur geringe Werte gestohlen wurden, jedoch viel kaputt gemacht wurde. Zudem seien die benachbarten Räume der CDU unangetastet geblieben. FDP und CDU sind die letzten beiden Fraktionen, die am Mittwoch das Verwaltungsgebäude am Katschhof verlassen. Das dann leergeräumte Gebäude soll in den kommenden Monaten zur wichtigsten Anlaufstelle der „Route Charlemagne” umgebaut werden.

Für den Einbrecher sei es kein Problem gewesen, über das Baugerüst in die Räume im ersten Stock einzusteigen, meint Fraktionsmitarbeiter Daniel George. Ungestört habe der Täter wüten können, die Gefahr entdeckt zu werden, sei denkbar gering gewesen. Das Ganze sei „wahnsinnig ärgerlich”, weil nun nicht nur der Umzug bewältigt, sondern auch sämtliche Unterlagen neu geordnet werden müssten.

Nach der von FDP-Chef Guido Westerwelle herbeigeführten Debatte über angeblichen Hartz-IV-Missbrauch und dekadente Lebensverhältnisse mussten sich auch Aachener Liberale bereits mehrfach anonyme Drohungen gefallen lassen. Eine Spur zu den Einbrechern in der Fraktion hat die Polizei derzeit nicht. Den „Gruß vom Hartz-IV-Schnorrer” fanden die Fraktionsmitarbeiter nach der Tat im Briefkasten.