Haaren: Ein Zusammentreffen ohne Berührungsängste

Haaren: Ein Zusammentreffen ohne Berührungsängste

Wenn 88 Jugendliche aus 16 Nationen aufeinandertreffen, dann ist der „Clash der Kulturen“ zwar programmiert, aber das in seiner besten Form. Denn Religion, Herkunft, schulische Leistungen, viel Geld oder wenig Geld, spielen beim Programm „Jugend im Dialog“ keinerlei Rolle.

„Hier bleibt nur die Seele übrig und sonst nichts“, erzählt Werner Janssen, Vorsitzender der Euriade. Bereits seit gut zehn Jahren existiert das Projekt, das im Rahmen des Euriade-Festivals stattfindet.

Ziel ist es, Menschen verschiedener Länder mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen die Möglichkeit zu geben, ins Gespräch miteinander zu kommen, sowohl auf formeller als auch auf zwischenmenschlicher Ebene.

Ein Ausflugsziel während des gut neun tätigen Aufenthalts ist ein Besuch in einer der Werkstätten der Lebenshilfe. Dort kommen Jugendliche mit und ohne Behinderung miteinander in Berührung.

Marina Delic aus Serbien und Tina Magomedkerimofa aus Moskau sind zwei der diesjährigen Teilnehmerinnen. „Der Tag hat uns viel Spaß gemacht. Ich war mit Martin in der Verpackungsabteilung und habe ihm geholfen. So kamen wir miteinander ins Gespräch, “ erzählt Tina Magomedkerimofa.

Ihre hier neu gewonnene Freundin Marina kann sich dem nur anschließen und ergänzt, dass bei dem gesamten Projekt der Euriade das Gespräch klar im Vordergrund stehe. Jugendliche aus aller Welt kommunizieren über die Dinge, die sie beschäftigen, tauschen Meinungen aus und lernen voneinander, was eine tolle Erfahrung sei, so Marina. Die Jugendlichen können nur einmal an dem Programm teilnehmen, die Werkstatt der Lebenshilfe ist allerdings immer eine Anlaufstelle.

Tosh Maurer hat die Anwesenheit der beiden Mädels ebenfalls genossen, denn hier konnte er ihnen ein Stück seiner Welt zeigen und im Umkehrfall hat er viel über ihr Leben in Serbien und Moskau erfahren. „Ich möchte auf jeden Fall auch nächstes Jahr wieder dabei sein und die Gäste begrüßen. Es ist jedes Mal super“; erzählt er.

Neben dem Besuch in der Werkstatt haben die Jugendlichen andere besondere Menschen getroffen, unter anderem auch Königin Silvia von Schweden, die in Kerkrade, wo die Teilnehmer des Projektes auch während ihres Aufenthalts wohnen, mit der Martin-Buber-Plakette für ihr soziales Engagement ausgezeichnet wurde. Denn auch das ist Tradition: Die Gäste lernen stets den Träger der Martin-Buber-Plakette kennen, die ebenfalls im Rahmen des Euriade-Festivals verliehen wird.