Aachen: Ein neues Ticket soll die Azubis in den Bus locken

Aachen : Ein neues Ticket soll die Azubis in den Bus locken

Auszubildende sollen künftig im Gebiet des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) günstiger weitere Kreise ziehen können. Einstimmig segnete der Mobilitätsausschuss am Donnerstag ein Konzept für die Einführung eines verbundweit gültigen Monatstickets ab. Es würde die bisherige Tarifstruktur vereinfachen und könnte dem AVV wieder mehr Kundschaft bescheren.

In den vergangenen Jahren haben viele Azubis dem Verbund den Rücken gekehrt. Im Jahr 2010 wurden noch rund 113.000 Abonnements an diese Zielgruppe verkauft, nur noch etwa 58.000 waren es im vergangenen Jahr. Für Studierende und Schüler gebe es mit Semster- oder School&Fun-Ticket reizvolle Angebote, schreiben die Fachleute in einer Vorlage für die Mobilitätspolitiker, bei den Auszubildenden seien jedoch vor allem weite Fahrstrecken „preislich unattraktiv“.

Ohne Gegenstimme

Sie zahlen in der Preisstufe vier für ein Ticket, das im ganzen AVV-Gebiet gilt, aktuell 118 Euro pro Monat. Ähnliche Preise zahlen Studierende für ihr Semesterticket, was aber eben auch ein ganzes Semester gilt. Sie können landesweit öffentliche Verkehrsmittel nutzen, was die Landesregierung gerne auch den Auszubildenden ermöglichen würde. Wegen der „Zentralisierung und Spezialisierung von Berufsschulstandorten“, so heißt es in der Vorlage, hätten die Azubis immer weitere Strecken zu bewältigen.

Deshalb sollten für sie zunächst verbundweit geltende Abonnements entwickelt werden. Die Vorstellung der Planer, ein solches Abo zum Preis von 62 Euro monatlich (bei einer Abo-Dauer von einem Jahr) anzubieten, wurde von den Aachener Verkehrspolitikern ohne Gegenstimme abgesegnet. Zuvor hatten vor allem Sozialdemokraten und Liberale das als zu teuer bemängelt, letztlich stimmten sie dennoch zu.

Mehr Fahrleistung fürs Geld

Viele Abonnenten bekommen damit mehr Fahrleistung für etwa dasselbe Geld. In der Preisstufe 2 zahlten die Azubis etwa für Fahrten vom Wohnort zum Ausbildungsplatz in einer benachbarten Stadt oder Gemeinde 61,50 Euro, erklärt AVV-Pressesprecher Markus Vogten. Für 50 Cent mehr steht ihnen nun das gesamt AVV-Gebiet offen. Aachener Auszubildende, die nur im Stadtgebiet unterwegs sind, merken den Unterschied im Portemonnaie deutlicher, ihr Monats-Abo kostet derzeit 45,30 Euro. Die meisten Azubi-Abonnenten seien in diesen Preisklassen unterwegs, sagt AVV-Sprecher Vogten, auf den Langstrecken sei die Nachfrage geringer. Das neue Ticket könnte die weiteren Touren attraktiver machen. „Wir versprechen uns davon neue Kunden“, sagt Vogten.

Die Hoffnung wird auch genährt durch Erfahrungen des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg. Der gibt seit dem vergangenen Sommer ein Azubi-Ticket als verbundweites Abonnement aus. „Erste Evaluierungen weisen darauf hin“, heißt es in der Vorlage, „dass durch das Angebot zahlreiche Neukunden angesprochen werden konnten.“

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