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Zum Tode von Pater Georg: Ein Mann mit akzentuierten Wurzeln

Zum Tode von Pater Georg : Ein Mann mit akzentuierten Wurzeln

In der Nacht zum 24. Februar verstarb unerwartet Pater Georg (Norbert) Mießen. In Aachen war er nicht nur als Mann der Kirche bekannt und geschätzt. Pater Albert Altenähr OSB würdigt ihn.

Pater Georg, Jahrgang 1937, sei ein kantiger Charakter mit tiefen, sehr präzis akzentuierten Wurzeln gewesen. Er sei weniger ein Mensch mit spirituell weiten Höhenflügen als ein Praktiker christlich geprägter Menschenzuwendung gewesen. 

Seine Heimat Aachen-Brand-Niederforstbach und die Abtei Kornelimünster als Schul- und Internatskloster waren P. Georg innere Bezugspunkte. Bis zur Schließung der klostereigenen Realschule (1988) war das der Schule angeschlossene Internat sein Haupttätigkeitsfeld. 

Eucharistiefeiern im Öcher Platt

Die Aachener Mundart schätzte er als hohes Kulturgut. Der ihm zuerkannte Thouet-Mundartpreis war die Anerkennung für Eucharistiefeiern im Öcher Platt in vielen Kirchen der Stadt. 

Den Feuerwehrkollegen und seit 1988 den Menschen im Alexianerkrankenhaus Aachen gehörte seine besondere Zuwendung. Die Notfallseelsorge in Aachen (und deutschlandweit) hatte in ihm einen ihrer Initiatoren und jederzeit einsetzbaren Ansprechpartner. 2013 erhielt P. Georg in Anerkennung seines Wirkens im weiten Bereich der „Notfälle“ das Bundesverdienstkreuz.

Sein Aachen-weiter Bekanntheitsgrad habe P. Georg zu einer Gestalt werden lassen, die das Bild der Abtei in der Öffentlichkeit wesentlich mitgeprägt habe. Für dieses Zeugnis sind die Mönche der Abtei zutiefst dankbar. „Die Abtei verliert mit P. Georg einen Mitbruder, der sich seiner Grenzen bewusst war, sich aber nicht darin beirren ließ, ,Isch’ zu sein und es mehr und mehr zu werden.“ Ein Wort aus dem jüdischen Weisheitsschatz könnte sein Vermächtnis sein: „Am Jüngsten Tag wirst du nicht gefragt werden: ‚warum bist du nicht wie Mose geworden‘,  sondern ,warum bist du nicht du selbst geworden‘.“

(red)