Aachen: Ein Mädchenchor für den Aachener Dom

Aachen: Ein Mädchenchor für den Aachener Dom

Ungewohnte Stimmen bezaubern die Zuhörer im altehrwürdigen Aachener Münster. Wo ansonsten nur Knaben- und Männerstimmen als Chor zum Einsatz kommen, erklangen nun 20 zarte Mädchenstimmen des künftigen vierten Schuljahres der Domsingschule.

Was in anderen Bischofskirchen mittlerweile selbstverständlich ist - für das Münster der alten Kaiserstadt stellt es eine große Neuerung dar. Vor 1200 Jahren richtete Karl der Große an seinem Palast eine Schule ein, in der unter anderem der Messgesang gelehrt und praktiziert wurde.

Gesang ist eine besondere Form des Gebets

In dieser Tradition steht die Domsingschule, die 2008 um einen Mädchenzweig erweitert wurde. Es war von vornherein beabsichtigt, daraus in der Zukunft einen eigenen Chor zu bilden. Am Samstag war es endlich soweit, als in einem feierlichen Gottesdienst der Mädchenchor des Aachener Doms gegründet wurde. Gesanglich unterstützt wurden sie dabei von den jungen Sängerinnen der Domchöre von Köln, Mainz, Münster und Paderborn, die ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten.

In seiner Predigt betonte Dompropst Helmut Poqué die Aufgaben der neuen Gemeinschaft: „Der liturgische Gesang ist eine besondere Form des Gebets und eine Ausrichtung auf Gott. Wenn ihr singt, dann geschieht dies zunächst zum Lobe Gottes, gemäß dem Inhalt auch Dank, Bitte, Ausdruck von Freude und Trauer.” Er bedankte sich bei den Sängerinnen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen, der mit viel Zeitaufwand verbunden ist.

„Ich finde es toll, dass die Mädchen die gleiche Chance wie die Jungen haben, die Dommusik zu gestalten”, freut sich Irma Wüller, Schulleiterin der Domsingschule. „Sie haben viele Wochen auf diesen Tag hingefiebert; sie wollen Gleiches leisten wie die Jungen. Nun haben sie dieselbe gesangliche Perspektive.”

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