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Weihnachtskisten-Aktion 2020: Ein Lichtblick in besonders harten Zeiten

Weihnachtskisten-Aktion 2020 : Ein Lichtblick in besonders harten Zeiten

Trotz Corona findet die Weihnachtskisten-Aktion der Tafeln und Tische in der Region statt. Der Westdeutsche Rundfunks und das Medienhaus Aachen begleiten das Engagement redaktionell.

Das Jahr 2020 ist wahrlich kein Jahr wie jedes andere. Nicht nur, aber vor allem diejenigen, die ohnehin schon sehr wenig haben, mussten und müssen aufgrund der weiter anhaltenden Corona-Pandemie auf vieles verzichten. Lebensmittelausgaben wie die der Tafeln in der Region konnten nicht so ablaufen wie gewöhnlich.

Zwar konnten Essenspakete an Pforten ausgegeben werden, doch ein freundliches Gespräch, ein offenes Ohr bei einer Tasse Kaffee: Das fehlte und fehlt vielen. Einige Einrichtungen mussten zeitweise vollkommen schließen. Trotz – oder gerade wegen der widrigen Umstände – haben sich die Tafeln und Tische in der Region entschieden, wieder ihre gemeinsame Weihnachtskistenaktion durchzuführen. Der Westdeutsche Rundfunk und das Medienhaus Aachen begleiten das Engagement redaktionell. Offizieller Beginn ist direkt nach Totensonntag.

Es sind Menschen, ob nun Alleinstehende oder ganze Familien, die regelmäßig bei den Tafeln in der Region mit Lebensmitteln versorgt werden. Menschen, die sich ohne die Hilfe unserer Leserinnen und Leser ein festliches Weihnachtsessen überhaupt nicht leisten könnten, weil das Geld für die Zutaten fehlt.

Anders als sonst

Dass die Aktion anders ablaufen muss in diesem Jahr, versteht sich von selbst. Doch die Tafel-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region haben mittlerweile genügend Übung darin, Menschen unter Pandemie-Bedingungen mit Lebensmitteln zu versorgen. Bereits eine Woche nach Schließung der Schulen im Frühjahr hatte beispielsweise die Aachener Tafel damit begonnen, bedürftige Senioren zu beliefern. Mitte April waren mit Hilfe zahlreicher Unterstützer bereits 1000 Kisten mit Lebensmitteln verteilt. Im Mai habe man die Lebensmittelausgabe vor Ort wieder aufgenommen, sagt die Tafel-Chefin Jutta Schlockermann. Das Verfahren ist mittlerweile gut eingespielt.

Für die Ausgabe gibt es Termine, damit nur wenige Kunden gleichzeitig kommen. „Da fühlen sich auch ältere Menschen sicher“, hatte Schlockermann unserer Redaktion vor einigen Tagen verraten. „Wir geben an Werktagen fast 100 Tüten voller Lebensmittel raus“, sagt sie. „Und wir beliefern täglich fast 50 Haushalte.“ Vor allem Alte und Kranke bekommen ihre Waren weiterhin vor die Tür gestellt. Alleine die Aachener Tafel hatte übrigens im vergangenen Jahr 2054 Weihnachtskisten von spendablen Aachenerinnen und Aachenern an ihre Kunden verteilen können. Auch in diesem Jahr hoffen die engagierten Lebensmittelretter auf viele Spender.

In der Indestadt Eschweiler hofft Karin Schmaling, Leiterin der Eschweiler Tafel, auf viele Gutscheine: Eigentlich hatte sie sich schon auf die Weihnachtskistenaktion gefreut. Eine besondere Atmosphäre komme Jahr für Jahr in der Kirche St. Marien auf, in der die liebevoll gepackten Pakete für die Kunden der Tafel abgegeben und dann auch verteilt werden, hatte sie schon vor Wochen im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt.

Doch die Eschweiler Tafel-Chefin hat entschieden: So wie in den vergangenen Jahren kann die Weihnachtskistenaktion nicht stattfinden.  In der Kirche hätte man die Aktion noch im Blick haben können. „Dort kam man sowieso nur einzeln rein“, sagt Schmaling. Sorgen macht ihr die Situation vor den Türen. Dass sich dort nicht zu viele Menschen begegnen, sei nur schwer zu kontrollieren, meint die Eschweilerin. (red)

(red)