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Burgenkunde: Ein Kunstwerk im monumentalen Modell

Burgenkunde : Ein Kunstwerk im monumentalen Modell

Die Aachener Gesellschaft für Internationale Burgenkunde zeigt Modelle der Hafeneinfahrt von La Rochelle im 14./ 15. Jahrhundert. Baumeister ist Michael Siepen, unterstützt von seinem Vater Bernhard Siepen als Burgenforscher und Architekt

Wieder einmal beeindruckt die Gesellschaft für internationale Burgenkunde (GIB), bekannt durch viele Historienmodelle, mit neuen Modellen: einem Übersichtsmodell im Maßstab 1:250 und einem Ausschnittmodell 1:25, diesmal der Hafenanlage von La Rochelle an der französischen Atlantikküste.

Baumeister ist Michael Siepen, unterstützt von seinem Vater Bernhard Siepen als Burgenforscher und Architekt. Schon fünf Monate arbeitet Michael an den Modellen, die in einer fünfwöchigen Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Die Zuständigkeiten zwischen Vater und Sohn sind geregelt: der eine schnitt tagelang über 5000 spitz zulaufende Buchenholzelemente, um Rundtürme herstellen zu können, und war für den Figurenbau von über 100 epochenbezogen Figuren im Maßstab 1:25 zuständig. Modellbauexperte Michael baute in Sisyphosarbeit das zehn Quadratmeter große Ausschnittmodell.

Die GIB möchte mit dem Projekt an ein Ereignis und dessen Folgen im „100jährigen Krieg“ zwischen Frankreich und England erinnern. Eine maßgebliche Rolle spielte La Rochelle in den Hugenottenkriegen 1562 bis 1598, die in der Bartholomäusnacht in einem Massaker an den französischen Protestanten endete.

Ob die Wehrbrücke jemals errichtet wurde, bleibt zweifelhaft, begonnen wurde sie zweifelsfrei. Auf Zeichnungen des Tour Nicolas hin aus dem Archiv von Monuments Historiques in Paris, eine Rekonstruktionszeichnung aus dem 19. Jahrhundert und eine Digitalisierung des französischen Burgenexperten Dr. Jean Mesqui basierend, empfanden es Michael Siepen und sein Vater als große Herausforderung, das zehn Quadratmeter große, rund 2,40 Meter hohe Modell in 1:25 detailgenau aus dem Fundus von über 20.000 losen Bauteilen zu errichten, ein wahres monumentales Kunstwerk, das die Öffentlichkeit aus Jung und Alt ebenfalls begeistern dürfte und sogar touristischen Reiz hat. Neben hunderten handbemalten Figuren werden historische Schiffe vom Typ Kogge und Nef, wie zahlreiche andere Schiffe und Boote dargestellt, recherchiert von dem Historiker Dr. phil. Ulrich Alertz.
Die Ausstellung Hafeneinfahrt von La Rochelle im 14./15. Jahrhundert findet vom 18. Juli bis zum 22. August in der Geschäftsstelle der GIB Grindelweg 4, die derzeitigen Abstandsregeln berücksichtigend, (nur auf Voranmeldung unter 0241/604500) statt.