Aachen: Ein Kunstlederband für die Hosenbeine

Aachen: Ein Kunstlederband für die Hosenbeine

Eng gesteckt waren die Rahmenbedingungen nicht. Verboten waren nur Lebensmittel und Dienstleistungen im Bereich Sicherheit. Außerdem alles, was irgendwie gefährlich werden könnte. Ansonsten hatten die 13 Schüler des Einhard-Gymnasiums zu Schuljahresbeginn freie Hand beim Schulprojekt „Junior”, ausgerufen vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Ende Februar hat ihr Unternehmen nun sehr konkrete Formen angenommen. Eingetragen ist es unter dem Namen Protaix´n, der sich ableitet vom englischen Wort für Schutz: Protection. Und wer wird geschützt? Jeder, der es vorzieht, mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. Genauer: seine Hosenbeine. Geschützt werden sie vor der Fahrradkette.

„Gibt´s doch schon längst”, könnte man nun einwenden. Doch Elftklässlerin Carolin Haupts, die sich gemeinsam mit Alexander Klein den Vorstandsvorsitz teilt, findet: „Metallklemmen und Plastikbänder sehen einfach nicht aus.” Schicker ist das Produkt, das Protaix´n anbietet: ein widerstandsfähiges Kunstlederband mit doppeltem Schließmechanismus, je nach Wunsch schwarz oder gemustert, erhältlich für vier bis sechs Euro.

Buchhaltung und Finanzplanung

Die Schulleitung unterstützt das Projekt, wenn es sein muss auch durch Freistellung vom regulären Unterricht. „Das ist ja kein Spiel, sondern ein richtiges Unternehmen”, stellen die Lehrerpaten Marion Käppler und Peter Köster klar. Ein Unternehmen mit Vorstand und Abteilungen, Buchhaltung und Finanzplanung, Marketing und Sitzungen. Sogar Anteilsscheine zu zehn Euro werden verkauft. Vor allem aber muss die Geschäftsidee innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.

Sobald Protaix´n den Landes-, vielleicht sogar den Bundeswettbewerb absolviert hat, muss das Unternehmen sich auflösen.