Aachen: Ein kreativer Kindergeburtstag: Erstsemester-Rallye tobt durch Aachen

Aachen : Ein kreativer Kindergeburtstag: Erstsemester-Rallye tobt durch Aachen

Überfüllte Lokale in der Pontstraße, ausverkauftes Dosenbier und zigtausende neue, junge Gesichter in der Innenstadt: Eine neue Welle von Erstis hat Aachen erreicht und bei der Erstsemesterrallye am Mittwoch förmlich überschwemmt. Denn Katschhof, Pontstraße, Templergraben und viele Universitätsgebäude verwandelten sich am Mittwoch in riesige Spielplätze.

Oder auch in einen menschlichen Zoo, schließlich war ein Großteil der bis zu 5000 teilnehmenden Neu-Studierenden der RWTH bunt verkleidet. Ob Pinguin, Einhorn oder Katze — Hauptsache auffällig.

Mithilfe kreativer Spiele, verrückter Ideen und amüsanter Aufgaben sollten die Neuankömmlinge ihr neues Umfeld kennenlernen. Einen Luftballon ohne Hilfe der Hände am Rücken des Vordermanns zum Platzen bringen? Klingt erst einmal simpel, kann jedoch den einen oder anderen blauen Flecken zur Folge haben. An anderer Stelle mussten die Studierenden des ersten Semesters Süßigkeiten aus einem mit Mehl befüllten Behälter holen — natürlich ausschließlich mit dem Mund.

„Die begehrtesten Objekte waren aber mal wieder die Hüpfburgen“, erzählte Laura Witzenhausen vom Organisationsteam. So durften sich die Studierenden auf einer Hüpfburg-Palme wortwörtlich zum Affen machen. Denn wer am schnellsten die Plastikbananen erntet, der wird — wie auch an den anderen Stationen — mit zahlreichen Punkten belohnt. Und die galt es zu sammeln, um den begehrten Gruppensieg zu ergattern.

Ein bisschen erinnerte der Anblick wohl an einen riesigen Kindergeburtstag, wenn auch für Erwachsene. Denn: Statt Limo gab es reichlich Dosenbier. Glasflaschen waren wegen der Verletzungsgefahr nicht erlaubt. „Und die Leute haben die Regel super eingehalten“, meinte Witzenhausen. Insgesamt habe es laut den Organisatoren keine relevanten Zwischenfälle gegeben, größtes Übel war das Mitbringen von verbotenen Musikanlagen. „Aber so lange das das Schlimmste ist, sind wir zufrieden“, so Witzenhausen.

Verbesserungsbedarf besteht hingegen noch in der Müllentsorgung der Studierenden. Die hoch frequentierten Achsen wurden zwar weitestgehend leergeräumt, an abgelegenen Plätzen aber türmten sich Bierdosen und Essensreste. „Und das, obwohl überall Mülltonnen stehen“, wunderte sich Ersti Patrick Ortmanns. Dennoch war er von der Rallye durch die Stadt begeistert: „Dass es so ein großes Event hier gibt, ist einfach großartig.“

Die im Vorhinein befürchtete Öcher Regentaufe fiel unterdessen aus. „Es ist eher eine Windprobe geworden“, sagte Mitorganisator Thomas von Salzen. Ein Stand musste sogar abgebaut werden, nachdem der Pavillon wegzufliegen drohte.

Und der Plan fürs nächste Jahr? Da soll dann die beliebte Fachschaftsmeile am Templergraben ausgebaut und die Zelte besser beschwert werden. Und — geht es nach den Organisatoren — soll die Öcher Regentaufe dann erneut ausfallen.

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