Aachen: Ein kleines Stück Himmel seit 100 Jahren

Aachen: Ein kleines Stück Himmel seit 100 Jahren

Es gab zahlreiche Konzerte, ein großes Pfarrfest, eine Fahrt unter dem Motto „Auf den Spuren der heiligen Elisabeth” und eine aufschlussreiche Podiumsdiskussion über die Zukunftsfähigkeit von Kirche und Gemeinde.

Vielseitig war das Programm, mit dem die Kirche St. Elisabeth ihr 100-jähriges Bestehen zelebrierte. Zum Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten waren Bischoff Heinrich Mussinghoff und der Domchor in das Gotteshaus am Blücherplatzes gekommen. Die feierliche Messe fand ganz bewusst am Patronatstag der Heiligen Elisabeth statt.

Mussinghoff gratulierte der Gemeinde zum gelungenen Umbau der Kirche. „Als ich sie vor elf Jahren besuchte, war sie viel dunkler und weniger schön. Heute ist St. Elisabeth eine sehr offene Kirche, die uns allen in dieser Stadt ans Herz gewachsen ist”, betonte der Bischoff.

Mussinghoff ging auch auf die Veränderung im Umfeld an der Jülicher Straße ein. Als die Kirche 1907 erbaut wurde, befand sie sich inmitten eines ärmlichen Arbeiterviertels. „Aber die Zeiten haben sich gewandelt”, so Mussinghoff weiter. Heute lebten im näheren Umfeld Menschen aus 43 Nationen, es komme täglich zum Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, die Arbeitslosigkeit sei hoch. „St. Elisabeth steht vor neuen Herausforderungen. Der Kirchturm gibt Orientierung, jederzeit kommen Menschen hierher, um Trost zu finden”, betonte der Bischoff.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Mussinghoff seine Predigt sprach. Die Klänge des Domchores und das filigrane Orgelspiel verwöhnten die Ohren der Zuhörer. Zum Abschluss der Messe gab es langen Applaus.

„Ein kleines Stück Himmel”, nannte der Pfarrer von St. Elisabeth, Heinz Baumann, die gelungene Feier. „Es war der letzte Höhepunkt eines gelungenen Jahres. Das sind die Momente, die einem für den Alltagskampf Kraft geben”, sagte der Pfarrer. Klar schwinge beim Abschluss auch ein wenig Melancholie mit, aber Angst um die Zukunft seiner Gemeinde, die sich so lebendig präsentierte, hat Baumann nicht: „Im Gegenteil! Ich freue mich darauf.”

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