Aachen: Ein kleiner Schwenk sorgt für bessere „Sichtbeziehungen“

Aachen : Ein kleiner Schwenk sorgt für bessere „Sichtbeziehungen“

Pläne sind eine feine Sache, aber die Wirklichkeit sieht manchmal ein bisschen anders aus. Ein ganz kleines bisschen ist es am Kaiserplatz: Eine kleine Mauer stört dort die „Sichtbeziehungen“ von Busfahrern, deshalb muss die Fahrbahn etwas anders verschwenkt werden.

Das Mäuerchen trennt die in den Untergrund führende Zufahrt zum Parkdeck des Aquis Plaza von der Fahrbahn, auf der künftig die Busse zwischen dem Einkaufszentrum und der Kirche St. Adalbert hindurchrollen.

Diese Art von Bustrasse sah auf ganz alten Plänen, als das Aquis Plaza noch als Kaiserplatzgalerie firmierte, noch ganz anders aus. Da gab es noch nicht die Idee, für die Aseag eine neue Route vom Kaiserplatz zum Bushof zu eröffnen.

Bei Probefahrt bemerkt

Die neuen Pläne sehen nun vor, dass die Linienbusse bald auch in der bislang ungewohnten Gegenrichtung auf der sogenannten Stiftsumfahrung unterwegs sind und dann nach links in die Stiftstraße einbiegen. Die roten Riesen der Aseag begegnen dabei ihren Artgenossen, die von der Heinrichs­allee herunterkommen. Und da ist es dann gut, wenn die Chauffeure einen guten Überblick im Getümmel haben.

Dass es daran mangelt, hatte die Aseag neulich bei Probefahrten bemerkt. Solche Touren zu Testzwecken sind nach Angaben von Unternehmenssprecherin Anne Linden durchaus üblich, um nicht etwa nach Abschluss irgendwelcher Baumaßnahmen böse Überraschungen zu erleben. Solche hätte es wohl auch am Kaiserplatz gegeben.

Einerseits war da eine störende „Nase“ an einer kleinen Verkehrsinsel im Einmündungsbereich der Stiftstraße. Und zum anderen klappt es nicht richtig mit der Sichtbeziehung. Denn nach den ursprünglichen Planungen fuhren die Linienbusse nah am Mäuerchen entlang bis dicht vor den Kreuzungsbereich. Erst spät ist dann für die Fahrer erkennbar, welche Verkehrssituation sie dort erwartet.

Auf Plänen nicht sichtbar

Um die Sicht zu verbessern, wird nun die Fahrbahn etwas nach rechts — und damit von der Mauer weg — verschwenkt. Die „bauliche Anpassung“ inklusive der Amputation der „Nase“ schlägt mit rund 25.000 Euro zu Buche.

Das Problem der schlechten Sicht sei vorher auf Plänen nicht sichtbar gewesen, erklärt Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenbau bei der Stadtverwaltung. Sogenannte Schleppkurven, mit denen ermittelt wird, wie viel Platz so ein Bus braucht, bildeten das nicht ab.

„Wenn wir Probleme bei der Sicherheit sehen, wollen wir das frühzeitig optimieren“, erklärt Aseag-Sprecherin Linden den Sinn solcher Testfahrten. Straßenbauerin Poth sieht es ähnlich, immerhin entstehe in diesem Bereich eine „hochkomplexe Verkehrssituation“. Die Änderungen wirken sich auf den Zeitplan am Kaiserplatz übrigens nicht aus.

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