Aachen: Ein kleiner Roboter, der Dom und viel Sand

Aachen : Ein kleiner Roboter, der Dom und viel Sand

Ganz eindeutig in Kinderhand ist der Katschhof beim Aktionstag am Archimedischen Sandkasten. Während sich die Jüngsten mit Schaufel und Eimer durch den riesigen Sandkasten buddeln, bekommen die Älteren im „FabBus“ der Fachhochschule (FH) Aachen zu sehen, wie ein 3D-Drucker arbeitet. Und vor dem Bus verfolgt eine Traube von Kindern, wie der digitale City-Guide des „Future-Lab“ Aachen funktioniert.

An dem kleinen Roboter, der auf dem Bildschirm des eigenen Handys erscheint, wenn man die entsprechende App heruntergeladen hat, haben die Jungen und Mädchen besonders viel Spaß. Der City-­Guide führt die Besucher in Aachen von Wissenschaftsstation zu Wissenschaftsstation, und über eigens installierte Infosäulen lassen sich die entsprechenden Inhalte abrufen.

Aktionstag am Archimedischen Sandkasten mit FabBus der FH Aachen. Foto: Heike Lachmann

Dass die virtuelle Route am Dom beginnt, ist kein Zufall. „Der Dom ist zwar kein Wissenschaftsstandort, aber er wurde mit modernster Laser-Technik vermessen und dann virtuell dargestellt“, sagt Jutta Göricke vom Presseamt der Stadt Aachen. Und da das 40-jährige Jubiläum des Doms als Weltkulturerbe anstehe, sei auch das ein guter Grund mehr, ihn in die Route aufzunehmen, so Göricke. Ebenso auch das Rathaus als Sitz Karls des Großen.

In unmittelbarer Nähe zum Dom hat die Arbeit der jungen Dombaumeister unterdessen beeindruckende Formen angenommen. Im Rahmen der städtischen Ferienfreizeit haben Kinder und Jugendliche hier in einer kleinen Dombauhütte ein Oktogon mit phantasievollen Kreationen angereichert. Ein spektakulärer Anblick, der allerdings nicht von Dauer sein wird.

Viele Kräuter sind vertrocknet

Vor dem „eXploregio.mobil“ malt eine Gruppe von Kindern konzentriert an der Krone Karls des Großen. Die wird anschließend ausgeschnitten, zusammengeklebt und aufgesetzt. „Ich male nur die goldenen Punkte aus“, sagt ein Junge und greift nach dem entsprechenden Stift.

Und während die Kinder mit der Krone beschäftigt sind, machen sich Ruth Gestrich-Schmitz und Astrid von Reis vom Freundeskreis Botanischer Garten daran, kleine Sträußchen aus Kräutern wie Kamille, Beifuß, Fenchel und Ringelblumen zu binden. Die sind für die Besucher, und sie können abends in einer Andacht in St. Foillan geweiht werden.

„In diesem Jahr war es gar nicht so leicht, Kräuter zu finden“, sagt Astrid von Reis. Auf Gut Melaten seien alle vertrocknet, und so musste sie sich die Kräuter anderorts beschaffen: Ein Riesenstrauß voll duftender Pflanzen steht nun zum Binden bereit. Wer Lust hat, kann sich daraus auch selbst einen kleinen Strauß binden und ihn dann mit nach Hause nehmen. Außerdem haben sich die Botaniker das eine oder andere Experiment ausgedacht. „Wie schwer ein Apfelbaum zu tragen hat, wird deutlich, wenn man selbst einmal einen Apfel am ausgestreckten Arm in die Höhe hält“, sagt Gestrich-Schmitz. Die Kinder sollen das selbst versuchen, und zwei Stoppuhren liegen bereit, um die Zeit zu messen. Mit solch kleinen Spielereien will der Freundeskreis Botanischer Garten den Nachwuchs für die Botanik begeistern.

Jutta Göricke ist von dem Gewusel auf dem Katschhof sichtlich begeistert. Und die kleinen Besucher sicher auch. Allein der Archimedische Sandkasten mit seinen Liegestühlen davor vermittelt Urlaubsgefühl pur, auch wenn an die diesem Tag die Sonne nicht scheint. Die kleinen Buddler im Sand scheint das absolut nicht zu stören.

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