Aachen: Ein Hauch von Tour de France in Aachen

Aachen: Ein Hauch von Tour de France in Aachen

Es hatte einen Hauch von Champs-Elysee-Flair beim Endspurt der Tour de France, als am Sonntag die Radrennfahrer mit 60 Km/h über den Templergraben brausten. Wie in einer Perlenkette aufgereiht fuhren sie im Windschatten des jeweils Vorausfahrenden über die Straße, auf der an Wochentagen meist Studierende flanieren.

Dann legten sich die Fahrer in die Kurve in die Eilfschornsteinstraße und waren für den Zuschauer am Start nicht mehr zu sehen. Als eine anspruchsvolle Strecke hatte Ralph Schunk vom veranstaltenden Radsportverein (RSV) Aachen den einen Kilometer langen Rundkurs in der Innenstadt charakterisiert.

Die Start- und Ziellinie auf Höhe des Hauptgebäudes der RWTH angesiedelt verlief die Strecke über die Eilfschornsteinstraße, den Annuntiatenbach, den Lindenplatz, die Königstraße und gelangte anschließend wieder zum Templergraben. Insbesondere das Kopfsteinpflaster verlange den Fahrern viel Kraft ab, erklärte Ralph Schunk.

Er selbst ist bis vor drei Jahren regelmäßig Radrennen gefahren, jetzt reicht die Kraft „nur noch” für spontane Touren in und durch die Eifel. Anstrengend sei die Strecke auch wegen des langen Winters und der damit einhergehenden fehlenden Trainingszeit unter Realbedingungen.

Eine echte Herausforderung also, die für einen Laien nicht unbedingt nach einer solchen aussah. „Die ersten 20 Runden sind kein Problem”, erklärt Ralph Schunk. „Aber wenn es an die 40. oder 50. Runde geht, brennen die Beine.” Den Rennklassen entsprechend waren die Längen unterschiedlich und reichten von 30 Umrundungen für die Hobbyfahrer bis hin zu 85 Runden für die Fahrer in der A/B-Klasse der Männer. Etwa 230 Fahrer waren insgesamt an diesem Tag auf der Strecke unterwegs.

Der RSV Aachen, der sich zu Beginn des Jahres 2007 gründete, hat den Anspruch, eine aktive Renngemeinschaft, vor allem mit und für Studenten zu bilden. Mit Erfolg: Es ist das zweite Rennen das der Verein innerhalb seiner kurzen Bestehenszeit ausrichtet.

Nach der Feuertaufe im vergangenen Jahr, in der es kleine Pannen, wie etwa einen Bus auf der Rennstrecke gab, lief das Rennen in diesem Jahr wesentlich geschmierter. Keine Zwischenfälle, nur zufriedene Gesichter. Da hat sich die Vorbereitungsjahr, die vor etwa einem Jahr begann, gelohnt.

Vom Hobbyfahrer bis zum Profi

Senioren, junge Amateure, Damen, Hobbyfahrer bis hin zu starken Fahrern in den Klassen A und B traten am Sonntag kräftig in die Pedale, darunter auch der ein oder andere Profi. Der aus Italien stammende und in Köln lebende Enrico Muax zum Beispiel. „Das ist für uns als Verein natürlich eine große Wertschätzung” freut sich Ralph Schunk. „Und für die Zuschauer natürlich auch.”

Im Rahmen des Rennens wurde auch die Hochschulmeisterschaft der RWTH ausgetragen. „Als Renngemeinschaft, die insbesondere Studierenden eine Stütze sein will, bietet sich das an”, so Ralph Schunk. Ob an diesem Nachmittag neben bekannten Radsportlern unter den Erstplatzierten auch Überraschungssieger waren, will Ralph Schunk nicht bejahen.

„Kenner der Branche wissen meist schon früher, hinter welchem Fahrer sich großes Talent verbirgt.” Schließlich gebe es Rennen wie dieses in Aachen nahezu an jedem Wochenende in ganz Deutschland. Doch Talente zeigen sich auch in Aachen, das will auch Ralph Schunk nicht verbergen.

Die Sieger der Radrennen:

Senioren:
1. Marek Maluszczak
2. Achim Janke
3. Peter Richter

Hobby:
1. Pierre Olliet
2. Lukas Menzel
3. Bob Wagner

Hochschule:
1. Lukas Menzel
2. Bob Wagner
3. Sörn Ocylok

Damen:
1. Julia Fehring
2. Suzie Godast
3. Berdienke Paus

C-Klasse:
1. Bennedikt Jobb
2. Franz Labbé
3. Oliver Hack

AB-Klasse:
1. Tim Klessa
2. Frank Lütters
3. Max Dressbach