Aachen: Ein großer Wechsel im Marienhospital

Aachen: Ein großer Wechsel im Marienhospital

161 Jahre haben die Franziskanerinnen in der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen zum Wohle der Patienten und Mitarbeiter gewirkt. Nun wurden die letzten vier Schwestern in den Ruhestand entlassen.

Mit einem Hochamt in der Kapelle des Marienhospitals Aachen und einer Feierstunde wurde am Sonntagmorgen der große Wechsel in dem katholischen Krankenhaus in Burtscheid begangen. Bischof Heinrich Mussinghoff verabschiedete feierlich vor hunderten Gästen die Ordensschwestern der Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus und begrüßte die Schwestern des indischen Ordens Sisters of the little Flower of Bethany.

Hohes Alter

Der Konvent in der Klausur des Marienhospitals Aachen musste aufgelöst werden, weil Schwester Ruth, Schwester Susanne Maria, Schwester Felice und Schwester Maria Loretta inzwischen ein recht hohes Alter erreicht haben, wie Generaloberin Schwester Katharina Maria Finken erklärt: „Und unser Orden hat leider keine jüngeren Schwestern mehr, die wir schicken könnten, um die Ordensschwestern abzulösen. Wir haben seit 20 Jahren keinen Nachwuchs mehr und bedauern sehr, dass wir den Konvent nicht aufrecht erhalten können.“

Umso größer ist bei allen die Freude, dass zukünftig die indischen Ordensschwestern die Aufgaben übernehmen werden. In den vergangenen Jahrzehnten lebten in der Klausur der Stiftung bis zu 60 Schwestern, die in der Pflege, in der Apotheke, im Operationssaal, in der Zentralküche oder in der Verwaltung des Krankenhauses tätig waren.

Mussinghoff blickte in seiner Predigt auf die Gründung der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen zurück, die 1850 von sechs Burtscheider Bürgern und den beiden Pfarrern der Gemeinden St. Johann und St. Michael initiiert wurde. Mit dem Marienhospital wurde eines der ältesten katholischen Krankenhäuser im Rheinland im Jahr 1853 eröffnet. Damals herrschte in Burtscheid die Cholera und die Pfarrer baten die Franziskanerinnen darum, dass einige Ordensschwestern die Pflege der Kranken übernehmen. „161 Jahre haben die Schwestern wertvolle Dienste geleistet. Kein Wort des Dankes und kein Gebet ist zu viel. Dieser Abschied ist natürlich mit Trauer verbunden. Gleichzeitig ist es ein Neubeginn“, sagte der Bischof, der den Gottesdienst mit dem Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, Ehrendomkapitular Monsignore Heribert August, und Weihbischof Karl Borsch zelebrierte.

Neues Zuhause

Die drei neuen Ordensschwestern Schwester Irene, Schwester Geetha und Schwester Juliana vom indischen Orden Sisters of the little Flower of Bethany, der Kongregation der Schwestern der kleinen Blume von Betanien in Mangalore, wurden feierlich in Empfang genommen. Ihr neues Zuhause ist in der Klausur der Stiftung. Ihnen folgen demnächst noch die Schwestern Preethi und Lydia, die den Konvent komplettieren werden. Irene und Geetha sind in der Seelsorge, im Krankenhausbesuchsdienst und bei der Versorgung der Krankenhauskapelle tätig. Schwester Juliana absolviert momentan ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und ist danach in der Krankenpflege tätig.

Zu den Einrichtungen der Stiftung gehören auch die Rehaklinik „An der Rosenquelle“, die Seniorenzentren St. Severin und Marienheim, das Servicezentrum Häusliche Pflege, das Zentrum für Gesundheitsförderung sowie das Marienwohnstift Aachen.

Mussinghoff betonte, dass die indischen Schwestern im Bistum Aachen keine Unbekannten sind: Unter anderem in Laurensberg und Schwalmtal sind sie seit bis zu 40 Jahren tätig. Schwester Irene und Schwester Geetha leben seit mehr als 25 Jahren in Deutschland, zuletzt in Viersen und Berlin, und sprechen ausgezeichnet Deutsch. „Wir sehen die Notwendigkeit unseres Dienstes in Deutschland. In Indien sind die Menschen von materiellen Nöten geplagt, dafür sind die psychischen Nöte in Deutschland größer. Hier vereinsamen die Menschen eher. Da möchten wir mit unserer Arbeit aktiv entgegenwirken“, erklärt Schwester Irene.

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