Aachen: Ein Geschwisterkrieg wird zum Kriminalfall

Aachen : Ein Geschwisterkrieg wird zum Kriminalfall

„Zupackend und kompakt“ seien die Stücke des amerikanischen Dramatikers und Filmregisseurs Neil LaBute, verspricht Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt. Kaum jemand könne besser menschliche Beziehungen ausloten und packende Dialoge schreiben als er. Sein neues Schauspiel „Tief in einem dunklen Wald“ wird nun von Anja Junski am Grenzlandtheater inszeniert.

Der 50-jährige Autor aus Detroit führt seine Protagonisten Betty und Bobby in ein düsteres Seelengestrüpp, das sich in der verschlampten, unaufgeräumten Hütte widerspiegelt. Dort wollen die beiden Geschwister gründlich auf- und ausräumen, damit das Waldhäuschen neu vermietet werden kann. Unterschiedlicher könnten die beiden gar nicht sein: die erfolgreiche Professorin und der raue Schreiner, der mit seinem Truck eintrifft.

In der fesselnden Probenszene ist die aufgeladene Stimmung zu spüren — die beiden Geschwister haben sich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Wohl schon früher im Clinch, brechen jetzt bei beiden schnell alte Wunden und Zerwürfnisse auf; die frühere Rivalität ist noch immer da und gipfelt in bitteren gegenseitigen Vorwürfen, die niemand zurücknehmen will.

Madeleine Niesche, im Grenzlandtheater bereits in „Gaslicht“ und in „Offene Zweierbeziehung“ zu sehen, spielt die zur Uni-Dekanin aufgestiegene Betty. Tim Riedel, am Grenzlandtheater ein wohl bekannter Gast und auch der Regisseur der aktuellen Greta-Produktion „Cyrano“, verkörpert den „proletarischen“ Schreiner, der ständig „Kernsprüche“ des Vaters verkündet: „Wahrheit tut weh“ oder „Arbeit ist Arbeit“.

Nicht nur im Wald gewittert es

Zwischen den Geschwistern — und nicht nur in der Hütte — muss richtig „aufgeräumt“ werden, all die alten Verletzungen, gefährliche Rivalitäten und Ängste müssen „auf den Tisch“. Nicht nur draußen im tiefen Wald gewittert es. Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu — ein Geschwisterkrieg, der zum Kriminalfall wird. Regisseurin Anja Junski und Theaterchef Uwe Brandt sind „sehr gespannt auf die Reaktionen des Publikums“. Das Stück (90 Minuten) wird ohne Pause gespielt. Die Premiere ist bereits ausverkauft.

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