Erntedank: Ein ganzer Stadtteil zeigt sich in bester Traditon

Erntedank : Ein ganzer Stadtteil zeigt sich in bester Traditon

Beim Walheimer Erntedankzug begrüßten rund 3000 Besucher die Teilnehmer und bedanken sich so bei den Landwirten

Jedes Jahr zum Erntedankzug im Oktober scheint der Aachener Stadtteil Walheim für wenige Stunden wie aus der Zeit gefallen. Dann tuckern Jahrzehnte alte, aber liebevoll restaurierte Traktoren, bunt verzierte Pferdegespanne und mit Hühnern beladene Bollerwagen durch die Straßen Walheims. Und das alles natürlich vor zahlreichen Zuschauern, die auch das zunächst weniger sonnige Herbstwetter nicht vom Besuch abhalten konnte.

Am Sonntag fand er so zum 27. Mal in dem Dorf im Aachener Süden statt. Etwa 3000 Menschen, einige von ihnen in Lederhosentracht verkleidet, säumten die Straßen, als die 85 Teilnehmergruppen – darunter auch Trommler- und Pfeiferkorps, alte Kutschen und Fußtruppen der Ortsvereine – etwa sechs Kilometer in die Richtung des Walheimer Marktplatzes schlenderten.

Eine von ihnen war Roswitha Bougé. Sie beobachtete den Umzug mit ihren vier Freundinnen vom Straßenrand. „In den vergangenen 20 Jahren sind wir beim Zug mitgelaufen und haben in unseren Kostümen mehr als 2500 Muffins an die Zuschauer verteilt“, erzählt sie. Doch in diesem Jahr schauen sich die fünf Damen, die teilweise aus Vaals angereist sind, das „Dorfspektakel“ am Straßenrand an. „Dabei ist mir aufgefallen, wie viele junge Leute bei dem Zug mitgehen“, erzählt Bougé erfreut.

Beim Erntedankzug feiern die Bevölkerung und Landwirte immer am ersten Sonntag im Oktober den Ertrag der vergangenen Erntesaison. In Walheim hat man die christliche Tradition nach etwa drei Jahrzehnten Pause 1992 wieder aufleben lassen. „Der damalige Pfarrer der Kirchengemeinde St. Anna, Heinz-Josef Lambertz, hatte eines Abends diese Idee“, erzählte Andreas Pütz, Veranstalter des Erntedankfestes. Aus einer spontanen Idee mit anfangs 30 Wagenteilnehmern ist heute schließlich der größte Festumzug der Region geworden. Und die Beteiligten sind zuversichtlich, diesen besonderen Rang wahren zu können.

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