Aachen: Ein fröhliches Fest in Gedenken an Fredy Hirsch

Aachen : Ein fröhliches Fest in Gedenken an Fredy Hirsch

Zu einem „Nachmittag mit Fredy Hirsch“ laden am kommenden Samstag, 26. August, verschiedene Institutionen in den urbanen Garten „HirschGrün“ an der Richardstraße 7 ein. Von 16 bis 19 Uhr wird es dort ein Programm geben, das den Aachener Juden Fredy Hirsch in den Mittelpunkt stellt. Nur wenige Schritte von der Gartenanlage entfernt, erinnert ein Stolperstein an seine Geschichte.

„Fredy Hirsch war Jude und homosexuell und somit in doppeltem Sinne Opfer der faschistischen Vernichtungspolitik“, meint Kurt Heiler, lange Zeit Vorsitzender des VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) und BdA (Bund der Antifaschisten). Gemeinsam mit dem „Gemeinschaftsgarten HirschGrün“ und dem „Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen“ hat er ein Programm mit Lesungen von Gedichten und einer Lesung aus der Fredy-Hirsch-Biographie von Dirk Kämper entwickelt.

FOTO: HARALD KRÖMER DATE: 22.08.2017 Ein Nachmittag mit Fredy Hirsch im Hirschgrün, Stolperstein. Foto: Harald Krömer

Darüber hinaus wird es Kaffee und Kuchen geben, um Kuchenspenden wird gebeten.

Als der Verein „Gemeinschaftsgarten HirschGrün“ 2013 das brachliegende Gelände an der Richardstraße übernahm, hat man sich schnell auf einen Namen geeignet. Die Wahl fiel auf „HirschGrün“ und ist somit eine Hommage an den Aachener Juden, der kurz vor Kriegsende in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

Er besuchte das heutige Couven-Gymnasium und lebte in einem Haus an der Richardstraße, das allerdings nicht mehr existiert. Schon 1935 ging er ins Exil in die damalige Tschechoslowakei. „Im Ghetto Theresienstadt organisierte er Sport- und Kulturveranstaltungen für die gefangenen Kinder und machte ihnen damit das Lagerleben ein wenig erträglicher“, sagt Kurt Heiler. Sport war überhaupt die große Leidenschaft des Aacheners. Schon in seiner Heimatstadt hatte er Sport in der jüdischen Gemeinde unterrichtet. 1943 wurde Fredy Hirsch nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ein Jahr später ermordet. Überlebende dieser Zeit schwärmen laut Heiler von Hirsch und heben seine Verdienste um die Kinder in den Lagern hervor.

Die Organisatoren des Festes brauchten keinen besonderen Anlass für ihr Gedenken an Fredy Hirsch. Ihnen ist es wichtig, die Erinnerung an ihn wachzuhalten und gleichzeitig den Gemeinschaftsgarten an der Richardstraße ein bisschen bekannter zu machen. Der Aachener Kommunalpolitiker Horst Schnitzler war eines der Gründungsmitglieder und hat noch heute seine Freude an der kleinen, grünen Oase. Ebenso wie Andrea Springer, Anwohnerin und Gründungsmitglied. „Der Garten kommt sehr gut an“, sagt sie. In Absprache mit dem Verein kann die gesamte Nachbarschaft hier Blumen und Sträucher anpflanzen und pflegen. Jetzt alle zu einem Fest einzuladen, ist den Organisatoren ein großes Anliegen.

„Wer will, kann sich eine Decke mitbringen. Und auch Kuchenspenden sind sehr willkommen“, sagt Andrea Springer. Für Musik sorgen Bärbel Ehlert und Philip Kees. Außerdem sind Filmvorführungen und das Hören eines Radiofeatures geplant.

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