Aachen: Ein fröhlicher Frauenroman über die Suche nach sich selbst

Aachen: Ein fröhlicher Frauenroman über die Suche nach sich selbst

Folge Deinen Träumen: Dieses Motto hat eigentlich schon immer gut zu Sylwia Jalocha gepasst. Die 28-jährige Aachenerin mit polnischen Wurzeln ging bisher unbeirrt ihren Weg - vom Abitur über die Schauspielschule für Film und Fernsehen in Köln und privaten Schauspielunterricht bis hin zum Magisterabschluss in den Fächern Politik und Soziologie, den sie erst kürzlich an der RWTH erworben hat.

Einige Rollen in Film, Fernsehen und Werbung hat sie bereits ergattert, unter anderem bei der erfolgreichen RTL-Serie „Alarm für Cobra 11”. Doch sie kennt auch die andere Seite, die des Scheiterns. „Klar hab ich auch schon mal ein Casting vermasselt”, sagt sie und lacht charmant.

Über genau dieses ewige Wanken zwischen Erfolg und Enttäuschung, das gerade für kreative Traumberufe typisch ist, hat Jalocha jetzt ein Buch geschrieben. Aber keine Autobiografie oder ein soziologisches Fachbuch. Das wäre wohl zu bierernst für die fröhliche 28-Jährige.

Es ist ein Roman, Typ romantische Frauenkomödie mit Happy End. In diese Schublade darf man Jalochas Buch stecken. Genau so eins wollte sie schreiben, „eins zum Lachen, eins, das man abends im Bett zur Entspannung so weglesen kann und mit dem man sich vielleicht hier und da identifiziert.”

Wie es sich für einen richtigen Frauenroman gehört, ist Jalochas Erstlingswerk in Rosa gehalten. Auf rund 800 Seiten - „ich hatte einfach so viele Ideen” - erzählt die junge Autorin die fiktive Geschichte der Protagonistin Lena Blink. Die möchte unbedingt eine erfolgreiche Designerin werden. Doch der Weg dorthin ist nicht leicht. Nicht zuletzt, weil sie von ihrer Stiefmutter vor die Tür gesetzt wird und sie von der Schule fliegt.

Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, jobbt sie in einer dreckigen Kneipe, den Traumberuf immer vor Augen. Doch während ihre Freunde ihre eigenen Weg gehen, tritt sie auf der Stelle. Beeinflusst von romantischen Vorbilder aus Liebesfilmen verrennt sie sich in die Vorstellung, ein reicher Mann könne Abhilfe leisten. Doch das stellt sich als Irrtum heraus. Nach und nach muss sie erkennen, dass nur in ihr selbst der Schlüssel zum Erfolg steckt.

In dieser Hinsicht steckt doch einiges von der Autorin Jalocha in Lena Blink. „Die Suche nach sich selbst kennt wohl jeder”, erklärt die frisch gebackene Autorin. Und auch die Tatsache, dass nicht immer alles so läuft, wie man es sich vorstellt. Deshalb hat Jalocha ihrem einen recht drastischen Titel gegeben: „Reality sucks” lautet der, sinngemäß: „Im Leben passiert viel Mist”. Doch das man es trotzdem mit Humor nehmen muss, zeigt die 28-Jährige in ihrem Buch.

Nur so hat sie es wohl auch geschafft, das Werk während der Abschlussphase ihres Studiums fertigzustellen. „Wenn ich Zeit hatte, habe ich tagsüber in Aachener Cafés geschrieben. Aber meistens musste ich nachts arbeiten.” Eineinhalb Jahre ging das so. Dann folgt das unermüdliche Verschicken an Verlage, bis schließlich einer zusagte - der Wenz Verlag in der Nähe von Frankfurt.

Das Ergebnis zwischen rosa Buchdeckeln können Interessierte jetzt unter anderem bei der Mayerschen Buchhandlung und bei Backhaus in Aachen kaufen.

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