Aachen: Ein Friedenslauf quer durch Europa nach Aachen

Aachen: Ein Friedenslauf quer durch Europa nach Aachen

Es ist ein Mammutprojekt, das die Projektgruppe „Bina Mira —Bühne des Friedens“ mit 15 Leuten auf die Beine stellen will. Denn imm kommenden Jahr wird Aachen am 21. September die Endstation eines rund 2600 Kilometer langen Friedenslaufs werden.

„Flame for peace“ soll der Lauf heißen, der von Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, über Kroatien, Slowenien, Italien, Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande in die Kaiserstadt führt. Der Startschuss fällt am 28. Juli 2014, exakt 100 Jahre nach der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.

„Das Jahr 2014 ist in mehrfacher Hinsicht symbolisch“, sagt Heinz Jussen vom Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit. Denn der Beginn des ersten Weltkrieges jährt sich zum 100. Mal, während der Beginn des zweiten Weltkrieges genau 75 Jahre zurückliegt. Außerdem ist die Befreiiung Aachens vom Nationalsozialismus durch die alliierten Truppen genau 70 Jahre her.

„Wir wollen, dass die Jugend die Botschaft überbringt, dass sie ein anderes Europa will als das Bisherige“, erklärt Heinz Jussen. Für diese Botschaft steht die Friedensflamme, die die Läufer durch ganz Europa tragen. Für die Schirmherrschaft der Veranstaltung konnte das Europäische Parlament gewonnen werden. Das „Projekt Bina Mira leistet einen wichtigen Beitrag zur Friedensarbeit und Stärkung der Zivilgesellschaft“, schreibt der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, in seinem Grußwort.

Es ist ein gigantisches Projekt, das von dem bisherigen 15-köpfigen Organisationsteam nicht bewältigt werden kann. Deswegen gilt der Aufruf der Bevölkerung, vor allem aber den jungen Leuten, sich zu beteiligen. „Wir suchen noch Menschen, die das Projekt mit uns organisieren“, sagt Jürgen Hohlfeld von Bina Mira. Vor allem Kontakte in den jeweiligen Ländern zu Sportvereinen und Schulen werden gesucht.

„In jeder größeren Stadt, wo wir halt machen, soll ein großes Fest an dem Tag entstehen“, erklärt Heinz Jussen. „Wir möchten, dass an jedem der 56 Etappenorte die Läufer von der Stadtgrenze in die Stadt begleitet werden“, fügt er hinzu. Das Fest soll dann der Völkerverständigung und dem Frieden dienen.

Außerdem werden Läufer, Begleiter, Übersetzer der Sprachen Französisch, Serbisch, Kroatisch und Englisch, sowie Fahrer, medizinisches Personal und Gestalter für die Homepage gesucht. „Natürlich suchen wir auch noch Sponsoren und freuen uns auch über Spendengelder“, sagt Heinz Jussen. Sachleistungen wie Wohnmobile, Bullis, Sportschuhe und Trikots werden ebenfalls dankend entgegengenommen.

Am 21. September 2014, dem Ende des Friedenslaufs, fällt allerdings ein erneuter Startschuss: Das sechste Europäische Friedenstheaterfestival mit Jugendlichen aus sieben europäischen Ländern wird anschließend in den Räumen des Aachener Stadttheaters stattfinden.