Aachen: Ein Film aus 65.000 handgemalten Bildern: „Polnischer Film on Tour“ im Apollo

Aachen : Ein Film aus 65.000 handgemalten Bildern: „Polnischer Film on Tour“ im Apollo

Das Thema Kunst steht diesmal im Kino im Mittelpunkt: Das Film-Festival „Polnischer Film on Tour“ ging jetzt im Apollo-Kino in die sechste Runde. Ein ganz besonderer Animationsfilm, ein Politthriller und drei Dramen nehmen die Kunst in den Blick.

Auch in diesem Jahr kooperiert der Kulturbetrieb der Stadt Aachen mit dem Polnischen Institut Düsseldorf, und erneut gibt es eine Auflage der Filmreihe „Polnischer Film on Tour — das neue polnische Kino“. Außer in Aachen geht der polnische Film auch wieder in Düsseldorf und Münster auf Tour. „Es gibt ein polnischstämmiges Ehepaar, das bis jetzt bei allen unseren polnischen Filmvorführungen dabei war. Für in Aachen lebende Polen, aber auch für Kinoliebhaber im Allgemeinen ist die Filmreihe mittlerweile ein Höhepunkt im Jahr“, erzählt Lidia Helena Jansen vom Polnischen Institut Düsseldorf.

„Die Filme sind nicht nur für Menschen mit Bezug zur polnischen Sprache und Kultur geeignet. Es handelt sich zwar um ausgefallene, aber trotzdem sehr populäre Themen“, betont Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagements im Kulturbetrieb der Stadt Aachen. Die Filme werden in Originalfassung mit deutschem Untertitel gezeigt. „Wir wollen zeigen, dass Polen eine produktive Filmnation ist, und das Zusammenrücken von Europa auch in der Filmwelt stärken, einen Raum für Begegnung schaffen“, betont Jansen. Rund 42 Millionen Euro würden jedes Jahr in die polnische Filmproduktion investiert, damit würden 40 bis 50 Kinofilme gedreht.

„Ein ganz besonderes Highlight ist in diesem Jahr der Animationsfilm „Loving Vincent“. Die europäische Co-Produktion von Dorota Kobiela und Hugh Welchman handelt von der Lebensgeschichte und den Umständen des Todes von Vincent van Gogh im Jahr 1890“, erklärt Simon Kluge vom Apollo Kino&Bar. Bereits vor der deutschen Premiere Ende Dezember sei der Film als eine Art deutsche Preview in englischer Sprache mit deutschem Untertitel am Samstag, 11. November, um 20.15 Uhr zu sehen. „Die Machart ist außergewöhnlich, denn der Film ist nicht etwa durch Computeranimationen entstanden. 125 Künstler aus aller Welt kreierten mehr als 65.000 einzelne Ölgemälde im Stil von van Gogh. Bild für Bild wurden die Gemälde für den Film aneinandergereiht“, erklärt Kluge. „Van Gogh war der Popstar unter den Künstlern, der europäische Künstler überhaupt. Sein Mythos fasziniert bis heute“, meint Rick Takvorian vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen.

Auch sonst ist es wieder ein abwechslungsreiches Programm, das in der sechsten Auflage der Reihe im Apollo Kino präsentiert wird. Neben dem Animationsfilm gibt es einen Politthriller und drei Dramen. Alle fünf Filme sind preisgekrönt und erfolgreich auf dem großen polnischen Filmfestival, teilweise beim LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments sowie auf internationaler Ebene — und natürlich beim Publikum in Polen.

Am Donnerstag startete das Festival mit dem Drama „After­image“, das von den letzten Lebensjahren des Malers Wadysaw Strzemiski handelt. „Es war der letzte Film des legendären polnischen Regisseurs Andrzej Wajda vor dessen Tod“, erklärt Jansen.

Heute ein Familiendrama

Am Freitag, 10. November, geht es weiter mit dem Familiendrama „The Last Family“. Es erzählt von dem polnischen Surrealisten Zdzisaw Beksiski und seiner Familie. Der Film basiert auf privaten Audio- und Videoaufzeichnungen, die der Künstler zu Lebzeiten machte. Am 11. November folgt der Animationsfilm „Loving Vincent“. Am 12. November steht der Politthriller „I’m a Killer“ auf dem Programm. Es geht um den Kommissar Jasiski, der die Spur eines Serienmörders aufnimmt.

Am Dienstag, 14. November, endet die Filmreihe mit dem Psychodrama „Animals — Stadt Land Tier“. „In dem spannenden Film fährt ein Wiener Ehepaar für ein halbes Jahr in die Schweiz. Doch auf der Fahrt erleben sie einen seltsamen Unfall, nachdem nichts mehr ist wie zuvor. Ihnen entgleitet die Realität. Die Grenzen zwischen den zeitlichen sowie räumlichen Ebenen verschwimmen“, erklärt Jansen. Als einziger Film der Reihe wird „Animals“ in deutscher Sprache gezeigt — und Polen kann sich mit dieser Kinokunst sicher als Filmland weiter profilieren.

Die fünf neuen, für Aachen ausgewählten Filme sind jeweils um 20.15 Uhr im Apollo Kino in der Pont­straße zu sehen, wo es auch Tickets im Vorverkauf gibt. Informationen gibt es auf www.apollo-aachen.de und www.polnisches-institut.de.

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