Aachen: Eilendorfer sind interessiert an der Rad-Vorrang-Route

Aachen : Eilendorfer sind interessiert an der Rad-Vorrang-Route

„Fast alle Aachener fahren gerne und häufig mit dem Rad. Radfahren ist in Aachen und dem Umland sicher und komfortabel.“ Das ist die Vision, die Aachens Stadtplaner für die Zukunft haben. Eine Vorstellung, die in Eilendorf offensichtlich sehr gut ankommt. Das Interesse an der Info-Veranstaltung zu den in Aachen geplanten Rad-Vorrang-Routen war jedenfalls überwältigend groß.

Und viele der Gäste im Bezirksamt Eilendorf sind nach eigenen Angaben selbst oft mit dem Rad unterwegs. Kein Wunder also, dass sie zahlreiche Alternativ-Vorschläge zur von der Verwaltung angedachten Route von Eilendorf in die Innenstadt hatten.

Alle Aachener Stadtteile sollen solche Rad-Vorrang-Routen in die Innenstadt bekommen. Die Strecke vom Eilendorfer Bahnhof bis in die Innenstadt soll den Anfang machen. Dabei geht es laut Armin Langweg von der Verkehrsentwicklungsplanung der Stadt nicht nur um den genauen Verlauf, sondern auch um die Gestaltung und Kennzeichnung einzelner „Fahrradstraßen“. Laut Langweg hat man dabei vor allem die Aachener im Blick, die nur ungern mit dem Rad fahren, weil es ihnen bislang zu gefährlich ist.

Und das sind demnach sehr viele. Als „Fahrradstadt“ schneidet Aachen eher schlecht ab, „und daran hat sich auch seit einer Erhebung aus dem Jahr 1991 nicht viel geändert“, so Langweg. Was nicht heißen soll, dass es in Aachen gar keinen Radverkehr gibt: Auf der Jülicher Straße beispielsweise werden 3000 Radfahrer pro Tag gezählt.

Das Sicherheitsempfinden und die Reisegeschwindigkeit erhöhen und mehr Radler auf die Straße bringen: Das sind die Ziele der Stadt. Die Rad-Vorrang-Routen sind dabei ein Baustein, aber auch das „Fahrradparken“ und „Pedelec-Verleihstationen“ wollen die Planer im Auge behalten.

Auf den sogenannten Fahrradstraßen haben die Radfahrer Vorfahrt. Diese Straßen sollen eine entsprechende Markierung bekommen, um allen Verkehrsteilnehmern deutlich zu signalisieren: Hier haben die Fahrradfahrer Vorrang, sie dürfen nebeneinander fahren, und Autofahren ist nur mit reduzierter Geschwindigkeit erlaubt.

Laut Routenplaner Bastian Weiser sind in Eilendorf vier solcher Straßen denkbar: Brückstraße, Moritz-Braun-Straße, Marienstraße und Kleebachstraße. Für den weiteren Weg in die Innenstadt schlägt die Verwaltung den Vennbahnweg vor, der entsprechend verbreitert werden könne. Die Praktiker im Publikum hielten die Brückstraße für nicht gut geeignet als Fahrradstraße und schlugen die Stapperstraße vor, Bei der Debatte über das Für und Wider spielten der Busverkehr und der Wochenmarkt ebenso eine Rolle wie die Steigungen.

Die Verwaltung werde die Anregungen bei ihren weiteren Planungen berücksichtigen, versprach Langweg. Und für alle, denen Aachen zum Radeln zu hügelig ist, stellte Florian Zintzen, Velocity Aachen, das Pedelec-Verleihsystem vor, das derzeit vor allem von Studenten genutzt wird. Auch hier ist ein Ausbau geplant. Bislang gibt es 19 Verleihstationen, 50 sollen es im Laufe des Jahres werden.

Für den Ausbau der Rad-Vorrang-Route stehen in Eilendorf 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt vom Bund. Im Sommer soll der Verlauf der einzelnen Routen in den Stadtteilen feststehen. Schwierig sei vor allem der Grabenring in Aachen, so die Planer.

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