Aachen: Ehrenamtspreis: „Unverzichtbarer Pfeiler der Gesellschaft“

Aachen : Ehrenamtspreis: „Unverzichtbarer Pfeiler der Gesellschaft“

Menschen, die mit ihrem ehrenamtlichen Wirken eine Stütze der Gesellschaft sind, stehen im Blickpunkt des Ehrenamtspreises der Stadt Aachen. Oberbürgermeister Marcel Philipp hat im Rahmen des Neujahrsempfangs für die Aachener Vereine die aktuellen Auszeichnungen verliehen.

Geehrt wurde als Einzelpreisträger Dieter Wutzke. Der 71-jährige ist seit 2009 im Don-Bosco-Haus des Caritasverbands in der Robert-Koch-Straße ehrenamtlich tätig und bringt seine große Lebenserfahrung dort ein. In der Kategorie „Personengruppe“ wurden die Lernpartner der Grundschule Driescher Hof ausgezeichnet.

Mit verschiedenen Projekten fördern sie neben der umfangreichen Aufgabe als Lernpartner auch die Kinder selbst — etwa durch die Sanierung der Schulbücherei oder Reparaturen jedweder Art. So lernen die Kinder ganz nebenbei den Umgang mit Werkzeugen kennen.

„Eine sehr hohe Akzeptanz, ein empathisches Wesen und Freude an der Betreuung und Anleitung problembelasteter Menschen, dies wird Dieter Wutzke zugerechnet“, erklärte der Oberbürgermeister. Die Menschen, die der Preisträger im Don-Bosco-Haus betreut, sind zum Teil wohnungslos, psychisch und suchterkrankt, haben andere Defizite und leiden unter Bindungs- und Beziehungslosigkeit.

Wutzke nimmt sich ihrer an und trägt enorm zur positiven Entwicklung dieses Personenkreises bei. Daneben betreut er sogar noch die Garten- und Außenanlagen des Hauses sowie den Spielplatz und die Bahnanlage an der Robert-Koch-Straße.

Bestmöglicher Start

„Das größte Gut, das eine Gesellschaft haben kann, sind Kinder“, betonte Philipp weiter. Die Lernpartner der Grundschule Driescher Hof würden durch ihren Einsatz den Mädchen und Jungen einen bestmöglichen Start in ihr weiteres Leben ermöglichen. „Dabei sind es teilweise die kleinen Dinge, die unserem Nachwuchs das Gefühl geben, wichtig zu sein oder wertgeschätzt zu werden“, betonte Philipp.

Mit Bewegungsparcours, Vorlesestunden oder Lektionen in Öcher Platt würden die Lernpartner den Schulalltag bereichern. Auch besondere Gegebenheiten des Stadtviertels werden nicht vergessen. Eine Preisträgerin vermittelt seit mehr als zehn Jahren einmal in der Woche einer Gruppe ausländischer Mütter Deutsch als Zweitsprache. Die Pflege des Schulgartens rundet das beeindruckende Engagement ab.

„Bürgerschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Gesellschaft. Es stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und bringt auch dem Erfüllung, der sich für andere einsetzt. Unsere Gesellschaft lebt vom freiwilligen Engagement ihrer Bürger, ohne das heute schon viele gesellschaftliche Leistungen und Projekte weder zu bewältigen noch zu finanzieren wären“, betonte Philipp und wies darauf hin, dass auf vielen Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens in Zukunft ehrenamtlich erbrachte Leistungen von Einzelnen und von Gruppen eine noch bedeutendere Rolle spielen werden.

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