Gesellschaftsaufgabe im Sport : Sie erlauben den Griff nach den Sternen

Sie lassen Sportler nach den Sternen greifen, ermöglichen ihnen, ihrem Hobby nachzugehen: Die Ehrenamtler sind es, die den laufenden Betrieb in den Aachener Sportvereinen möglich machen. In vielen Fällen tragen die Vereine mit ihren Angeboten zu Integration und Inklusion in der Gesellschaft bei. Solch gelungene Beispiele erlebte das Publikum bei der diesjährigen Preisverleihung der Sterne des Sports 2018 der Aachener Bank. In der Turnhalle an der Schanz fand die lokale Siegerehrung statt.

Seit 2017 findet die Prämierung des bundesweit seit 2004 vom Deutschen Olympischen Sportbund vergebenen Preises auf lokaler Ebene statt. Diesmal gab es neun Bewerbungen, von denen eine fachkundige Jury schließlich drei Platzierungen auswählte.

Der dritte Platz und damit 500 Euro gingen an den Burtscheider Turnerbund, der in den vergangenen Jahren spezielle Sportangebote und Projekte für Menschen mit und ohne Behinderung aufgebaut hat. Dabei wirken das Vinzenz-Heim Aachen, das Inklusive Familienzentrum Clara Fey, die Viktor Frankl Schule und das Netzwerk „Wir alle“ tatkräftig mit. Jurymitglied Thomas Thelen, Chefredakteur der Aachener Nachrichten und der Aachener Zeitung, erklärte in seiner Laudatio, wie wertvoll solch inklusive Angebote im Sport sind. „Diese Arbeit ist wertvoll und unersetzlich für die Gesellschaft, sie führt Menschen zusammen“, betonte Thelen, selbst als Absolvent der Sporthochschule Köln ein Experte für das Thema.

Integratives Miteinander

Björn Jansen, Vorsitzender des Stadtsportbund Aachen, stellte den zweiten Platz vor: Das kostenfreie Sportangebot „Driescher Hof Sport“ vom Aachener Förderverein „Integration durch Sport“. Jede Woche gibt es Spiel, Spaß und Bewegung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Gymnastikhalle und der Turnhalle Gleiwitzer Straße, beide auf dem Gelände der Gemeinschaftsgrundschule Driescher Hof.

Driescher Hof Sport wird unterstützt von der Stadt Aachen, dem Helene-Weber-Haus, dem SV DJK Forster Linde 1920, der evangelischen Familienbildungsstätte „Zentrum für Familien“ und dem Kinder- und Jugendzentrum D-Hof. „Uschi Brammertz und Birgitt Lahaye-Reiß koordinieren das niedrigschwellige Angebot mit ihrem kleinen Verein mit nur acht Mitgliedern und schaffen ein hoch integratives Miteinander von Menschen verschiedenen Alters und Herkunft“, lobte Jansen.

Schachverein ganz groß

Platz 1 und damit der „bronzene Stern“ mit einer Zuwendung von 1500 Euro ging an den Schachverein DJK Aufwärts. Schach lasse vergessen, ob ein Mann im Rollstuhl sitzt oder ein Junge mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache noch nicht gut beherrscht, wie in der Laudatio zu hören war. Mit Schachturnieren, Projekten für Flüchtlinge und in Mehrgenerationenhäusern bringt der Verein Menschen zusammen – unabhängig von ihrer Herkunft, körperlichen Verfassung, Glauben und ihrer Bildung. Für den Sieger geht es nun auf Landesebene um einen silbernen Stern im November in Düsseldorf und – im Fall der Fälle – um einen goldenen Stern beim Bundesentscheid im Januar 2019 in Berlin. Kabarettist Jan Savelsberg beschäftigte sich im Rahmenprogramm mit den Themen Sport, Körperkult und Ernährung. Rollstuhltänzer vom TSC Schwarz-Gelb Aachen zeigten, wie Sport Brücken baut. „Wir sind als Volksbank mittendrin in der Region und da gehört für uns natürlich auch die Sportförderung dazu“, erklärte Jens Ulrich Meyer, Vorstand der Aachener Bank. Mit dem Ort für die Preisverleihung hatte die Bank einen Glücksgriff getan und in diesem Ambiente gab es noch einen regen Austausch.

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