Aachen: Ehemalige Kaiser's-Filialen: Fünf Geschäfte in Aachen bleiben

Aachen : Ehemalige Kaiser's-Filialen: Fünf Geschäfte in Aachen bleiben

Auf die monatelange Unsicherheit folgt jetzt der Wandel. Mit der Lösung des Übernahmestreits um Kaiser’s Tengelmann zwischen Edeka und Rewe kommt nun auch in die Aachener Filialen Bewegung. Offiziell herrscht zwar Stillschweigen über die konkreten Inhalte des Interessenausgleichs, den Altkanzler Gerhard Schröder Ende des vergangenen Jahres vermittelt hatte, im Stadtgebiet zeichnen sich jedoch schon die ersten Veränderungen ab.

Demnach werden die Kaiser’s-Supermärkte an der Jülicher Straße, in Laurensberg und in Burtscheid von Edeka weitergeführt. „Wir haben schon vor einigen Wochen mit der Umstellung begonnen, aber an der Personalsituation wird sich nichts ändern — alle werden übernommen“, so ein Filialleiter.

Auch jene Beschäftigten, die am nun geschlossenen Standort an der Alfonsstraße im Frankenberger Viertel gearbeitet haben, würden auf die verbleibenden Läden aufgeteilt. Der Mietvertrag der Filiale Alfonsstraße war 2015 noch unter alter Führung ausgelaufen und mit Blick auf die unsichere Zukunft nicht verlängert worden, wie Heino Kassler, Gewerkschaftssekretär im Landesbezirk Verdi NRW, erklärt. Das träfe insgesamt auf rund 30 Filialen in der Region Nordrhein zu.

Netto am Markt

Erhalten bleiben auch die Filialen an der Bismarckstraße und am Markt, sie werden künftig aber von Netto weitergeführt werden. In Aachen war vor geraumer Zeit außerdem die Filiale am Adalbertsteinweg geschlossen worden. Nach Informationen der „Nachrichten“ denkt Edeka offenbar darüber nach, diesen Standort wiederzubeleben.

Äußerlich ist von den Veränderungen noch nicht viel zu sehen. An einigen Aufstellern prangt schon das Edeka-Logo, der Rest findet hinter den Kulissen statt. „Das geht jetzt in kleinen Versatzstücken weiter. Das System und die Bestellungen laufen aber schon jetzt über Edeka“, erklärt der Leiter einer anderen Filiale. Einen genauen Zeitplan, bis wann die Umstrukturierungen abgeschlossen sein werden, konnte noch niemand nennen. Das finde schließlich in unzähligen Läden im ganzen Bundesgebiet gleichzeitig statt.

Bei den Mitarbeitern selbst ist die Stimmung nach dem insgesamt über zwei Jahre andauernden Übernahmekonflikt sichtlich gelöster als noch vor einigen Monaten. „Die Garantie, dass ich meinen Arbeitsplatz behalten kann, ist für mich erst einmal das Wichtigste“, so eine Angestellte. Welcher Schriftzug über dem Eingang am Ende den rot-gelben von Kaiser’s ersetzen wird, mache für sie keinen Unterschied.

Nach der Ministererlaubnis zur Übernahme aller ehemaligen Kaiser’s-Filialen durch Edeka war in einem neuen Tarifvertrag eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für die Mitarbeiter vereinbart worden. Die Beschäftigten der 30 noch unter Kaiser’s-Tengelmann-Regie geschlossenen Filialen seien entweder in andere Filialen versetzt oder großzügig abgefunden worden, sagt Kassler. Insgesamt gingen in der Region Nordrhein knapp 100 Filialen an den neuen Besitzer — Netto und Edeka gehören zur selben Unternehmensgruppe — über.

Für die Beschäftigten bedeutet die Umsetzung der Zusagen nun eine Beruhigung, aber auch die Anwohner können damit sicher sein, dass ihnen der Supermarkt um die Ecke erhalten bleiben wird.