Aachen: „E-View” siegt im Bundeswettbewerb „Kommunaler Klimaschutz”

Aachen: „E-View” siegt im Bundeswettbewerb „Kommunaler Klimaschutz”

Diese Sache, sagen die Macher, ist immer noch einmalig in ganz Deutschland: Der Energieanzeiger E-View, ein internetgestütztes System, überwacht und dokumentiert rund um die Uhr den Energie- und Wasserverbrauch von Gebäuden.

Das Gebäudemanagement der Stadt Aachen hat mittlerweile 200 öffentliche Gebäude mit E-View ausgestattet. Damit sind 53 Prozent der städtischen Gebäude an das Monitoring-System angeschlossen. Alleine 70 Schulen und 60 Kindertagesstätten machen mit. Nun ist das Erfolgsmodell sogar preisgekrönt. E-View ist einer der Preisträger im Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2012”, den das Bundesumweltministerium mit dem Deutschen Institut für Urbanistik veranstaltet.

Am Donnerstag nahmen Umweltdezernentin Gisela Nacken und die beiden Projektentwickler Markus Lehmenkühler und Martin Lambertz vom Gebäudemanagement die Auszeichnung in Berlin entgegen - und dazu die stolze Summe von 40.000 Euro Preisgeld.

Wie E-View in der Praxis funktioniert, kann man sich wunderbar an der Gemeinschaftsgrundschule Am Lousberg erklären lassen. In der Schule an der Saarstraße ist E-View nämlich eine ganz große Nummer. Marvin, Jared und Anna zum Beispiel gehören zu den Klimabotschaftern der Schule. Und wenn die drei Viertklässler am Computer sitzen und die aktuellen Grafiken über den Energieverbrauch ihrer Schule studieren, dann hören sie fast nicht mehr auf zu fachsimpeln.

Begeistert erzählen die Neunjährigen von ihrem „Licht-aus-Tag”, den sie im September schon zum zweiten Mal veranstalteten. Da hat die ganze Schule es geschafft, keine einzige Lampe einzuschalten. Das Ergebnis konnten sie dann per E-View im Internet begutachten: Der Stromverbrauch sank um satte 37 Prozent.

Verbrauch gesenkt

„Tolle Sache”, findet auch Markus Lehmenkühler vom Gebäude­management, der das Projekt E-View mitentwickelt hat. „Bis zu zehn Prozent an Energie können jedes Jahr durch ein solches Controlling eingespart werden”, berichtet er. Das entspricht einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 1800 Tonnen im Jahr. Da haben sich die 400.000 Euro, die die Stadt bisher in E-View investiert hat, schon amortisiert. „Wir sparen Energie”, sagt Lehmenkühler, „wir schaffen aber auch Bewusstsein.” Engagement fürs Klima wie das der Schulgemeinschaft in der Saarstraße sei überaus wertvoll.

Auch aus Sicht des Kollegiums an der Saarstraße hat sich E-View längst bezahlt gemacht. „Es ist enorm, in welch kurzer Zeit bei den Kindern das Bewusstsein für unseren Energieverbrauch geschärft wurde”, erklärt Schulleiterin Britta Slupina-Kasties. Und Hannelore Schneider, Erzieherin in der Offenen Ganztagsschule, freut sich immer wieder, wie sehr E-View die Schüler motiviert: „Die Kinder haben das Gefühl, sie können an Veränderungen mitwirken. Das ist ganz wichtig.”

Seit 2007 arbeitet die Stadt Aachen mit E-View. Im Oktober 2011 wurde das Internetportal freigeschaltet. Nicht nur Gebäudemanager und Nutzer, auch die interessierte Öffentlichkeit kann sich seitdem ein Bild davon machen, wie der am Mittwoch preisgekrönte Energieanzeiger funktioniert.

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